Kalte Schulter für US-Präsident Obama - Facebook, Google, Microsoft und Yahoo ignorieren Einladung

US-Präsident Barack Obama hatte die Chefs der großen IT-Unternehmen zu einem Treffen geladen - mit geringem Erfolg.

von Georg Wieselsberger,
14.02.2015 10:17 Uhr

Nur Apple-Chef Tim Cook folgte der Einladung von Barack Obama (Bildquelle: Public Domain)Nur Apple-Chef Tim Cook folgte der Einladung von Barack Obama (Bildquelle: Public Domain)

Seit gestern findet in der Stanford University in Kalifornien ein Gipfeltreffen zum Thema Cyber-Sicherheit statt, zu dem US-Präsident Obama die wichtigsten Unternehmen des Silicon Valley eingeladen hatte. Ziel sollte das Erarbeiten einer gemeinsamen Strategie gegen Angriffe von Hackern sein. Doch die Stimmung zwischen den großen US-Unternehmen auf dem IT-Bereich und der US-Regierung ist seit der Veröffentlichung der Dokumente von Edward Snowden merklich abgekühlt. Viele Kunden trauen den Unternehmen inzwischen nicht mehr, was die Weitergabe von Daten an Behörden angeht, trotz aller Versicherungen, dass dies zumindest freiwillig nicht geschehen werde. Auch die in letzter Zeit geäußerten Wünsche zu einem Hintertürchen in Verschlüsselungen bei Smartphones oder gar einem Verbot von Verschlüsselung haben die Lage weiter verschlechtert.

Vermutlich aus diese Gründen haben die meisten Chefs der großen Unternehmen die Einladung des US-Präsidenten schlicht ignoriert. Weder Larry Page von Google, Mark Zuckerberg von Facebook, Marissa Mayer von Yahoo noch Microsoft Satya Nadella sind anwesend. Auch der Chairman von Google, Eric Schmidt, der viel häufiger als Larry Page auf Konferenzen anwesend ist, kam nicht. Der einzige Unternehmenschef, der auf dem Gipfeltreffen anwesend ist, ist der Apple-CEO Tim Cook.

Auf der Veranstaltung soll über bessere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und US-Behörden gesprochen werden, damit auf Hackerangriffe besser reagiert werden kann. Barack Obama hatte erst am Freitag einen Erlass unterzeichnet, die den Datenaustausch zwischen Firmen oder Behörden verbessern soll. Er sieht auch die Schaffung von »Organisationen zur Analyse und Weitergabe von Informationen« (ISAO) vor. Bislang setzt Obama nur auf freiwillige Zusammenarbeit - und hat nun anscheinend eine klare Antwort auf dieses Angebot erhalten.


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