Kampf der Titanen - Film-Remake mit 3D-Optik

Die griechische Mythologie als effektgeladener Action-Film. Tolles Popcorn-Epos in 3D oder langweilige Geschichtsstunde? Wir haben uns Kampf der Titanen angesehen.

von Christian Mester,
09.04.2010 14:41 Uhr

1981 verfilmte Effektkünstler Ray Harryhausens (Sindbad-Trilogie, Jason und die Argonauten) die griechischen Perseus-Sage. Sein Kampf der Titanen war ein aufregendes Action-Abenteuer mit traditionellen Stop-Motion Effekten. Für das moderne Remake wählte Legendary Pictures 2009 den Regisseur von Der unglaubliche Hulk und The Transporter, den Star aus Avatar: Aufbruch nach Pandora und Terminator 4: Die Erlösung und das brandneue 3D-Format. Ein selbstverständlicher Hit?

Götterdämmerung

Die Menschen fühlen sich von den Göttern im Stich gelassen, weswegen sie eines Abends in einer feierlichen Zeremonie ausrufen, dass man den Göttern nicht mehr länger dienen werde. Ein Frevel, der direkt vom auftauchenden Gott Hades (Ralph Fiennes) bestraft wird. Hades droht den Menschen und stellt sie vor die Wahl: entweder opfern sie ihre geliebte Prinzessin Andromeda (Alexa Davalos) oder eine mythische Riesenkreatur taucht auf und zerstört ihre Stadt.

Kampf der Titanen (Film) ansehen

Hilfe naht in Form eines jungen Halbgottes. Der Gottessohn Perseus (Sam Worthington) musste mit ansehen, wie Hades seine gesamte Familie tötete. Er schwört Rache und schließt sich einer Gruppe Soldaten an, die eine Geheimwaffe gegen die kommende Gefahr suchen. Auf dem Weg zur Erlösung trifft er Riesenskorpione, geflügelte Pferde, die Medusa, hübsche Göttinnen und ein gigantisches Tentakelmonster.

Götterspeise

Wüsste man es nicht besser, könnte man glatt meinen, Kampf der Titanen sei eine Videogame-Verfilmung. Videospiel-Elemente tauchen laufend auf: Nach kurzem Intro bekommt der Held eine Party spendiert, die ihm anfangs hilft, schneller hochzuleveln.

Perseus sammelt erste Erfahrungspunkte, Items, lernt neue Fähigkeiten und begibt sich von Stage zu Stage. Jede Stage hat einen Bossgegner und ein neues Spezial-Item, um den nächsten Boss damit besiegen zu können. So nutzt Perseus einen Schild aus dem Panzer eines zuvor erlegten Riesenskorpions, um sich der Medusa zu stellen.

Es gibt darüber hinaus Jump‘n’Run-Momente, Berater à la Deckard Cain und eine Sequenz auf einem fliegenden Pferd. Weil das noch nicht reicht, bekommt der Held als Achievement ein Continue für einen Mitspieler überreicht. Was das für den Film bedeutet? Es geht ständig zur Sache und das sogar recht unterhaltsam. So sind die vielen Actionszenen mit den Riesenkreaturen durchaus gelungen. Zudem sehen alle Monster bis auf die Medusa alle hervorragend aus.

Come Gott some

Seien wir mal ehrlich: Die meisten Actionspiele haben eine relativ banale, simple Handlung. In den meisten Fällen spielt das keine Rolle, weil das stundenlange Looten, Hacken und Slayen großen Spaß macht. Es ist allerdings etwas anderes, wenn man bloß als passiver Zuschauer dabei ist. Kampf der Titanen ist wie das vergleichbare Pendant aus der Spielewelt Titan Quest reichlich plump. Außerdem passt darüber hinaus an vielen Ecken und Kanten nicht: Viele Szenen ergeben keinerlei Sinn. So befreit Zeus (Liam Neeson) den gefürchteten Kraken, nur um den Menschen fünf Minuten später gegen eben diesen zu helfen.

Kampf der Titanen 2:05 Kampf der Titanen

Jede Figur bleibt oberflächlich. Kein einziges Mal kommt echtes Interesse oder gar Spannung auf, da alles emotionslos und vorhersehbar abgespult wird. Wäre nicht weiter schlimm, gäbe es nicht laufend Makel in den Kampfszenen. Bis auf zwei kleine Szenen bleibt Held Perseus zu ernst. Einige Kämpfe sind etwas zu verwackelt, bei anderen sind die Effekte nicht fertig. Während der Kraken fantastisch inszeniert ist, schien das Geld an anderen Ecken zu fehlen. Sowohl der Olymp als auch die Stadt Argos sehen unecht aus, die Medusa könnte glatt einer Videogame-Sequenz entsprungen sein -- verglichen mit dem technisch epischen God of War beispielsweise eine gewaltige Enttäuschung. Der Film ist kein völliger Fehltritt, aber durch Mäkel wie diesen weit davon entfernt, eine der großen Hausnummern des Jahres zu sein.

Wichtig: Kampf der Titanen wird sowohl in 2D als auch 3D gezeigt. Obwohl 3D aktuell stark beworben wird, sollte man bei diesem Film unbedingt zur 2D-Fassung greifen. Die 3D-Effekte kamen erst nachträglich hinzu und sind den hohen Aufpreis nicht wert, da es kaum Tiefenwirkung gibt und das Erlebnis eher stört.

Fazit

Christian Mester (bereitsgesehen.de): Der neue Kampf der Titanen ist akzeptable Fantasy-Action mit einigen guten Szenen, allzu viel sollte man allerdings nicht erwarten. Wichtig: unbedingt in 2D sehen.


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