Kick-Ass - Bitterböse Superhelden-Persiflage

Was passiert wenn sich normale Jugendliche wie Comic-Helden kleiden und für Recht und Ordnung sorgen? Kick-Ass zeigt das mit viel Humor -- und jeder Menge Blut.

von Christian Mester,
16.04.2010 19:32 Uhr

Comic-Verfilmungen gibt es wie Sand am Meer und sie sind in der Regel relativ ähnlich: »Normalo« wird zum furchtlosen Rächer und kämpft gegen finstere Gestalten. Das ist auch die Geschichte von Kick-Ass. Trotzdem macht dieser Film alles anders -- obwohl er auf einem Comic beruht.

Dave, der Hauptdarsteller von Kick-Ass, lässt sich von Comics inspirieren und zieht als maskierter Held durch seine Heimatstadt. Mark Millar, der Autor von Wanted, erzählt die Geschichte von Dave aber mit einem herrlichen Augenzwinkern und viel Humor. Kick-Ass zeigt, welches Schicksal einem Superhelden in der Realität droht. Hier liegt auch die große Stärke des Films: Er nimmt sich selbst nicht ernst. Das zeigt auch die Rolle von Oscar-Preisträger Nicolas Cage, der hier nach Ghost Rider seinen zweiten Comic-Helden spielt. Cages Rolle ist eine Mischung aus Batman und Punisher, aber ohne übertrieben ernst zu wirken.

Mit Strampelanzug ins Krankenhaus

Dave (Aaron Johnson) ist ein gewöhnlicher Teenager, der sich eines Tages dazu entschließt zum Superhelden Kick-Ass zu werden. Er kauft sich ein Kostüm und legt sich mit den erstbesten Gesetzlosen an -- nur um schwer verletzt im Krankenhaus zu landen. Dave lässt sich aber nicht entmutigen und zieht erneut los. Die Bürger seiner Stadt, allen voran seine Mitschüler, lieben ihn dafür und bewundern den Mann im grünen Strampelanzug.

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Seine Taten sorgen aber auch für Aufsehen beim organisierten Verbrechen: Kick-Ass zieht den Zorn des gefährlichen Gangsters (Mark Strong) auf sich. Doch Kick-Ass bekommt Unterstützung: Die beiden Verrückten Big Daddy (Nicolas Cage) und Hit Girl (Chloe Moretz) betreiben ebenfalls Selbstjustiz und stehen Kick-Ass fortan zur Seite. Auch Red Mist (Christopher Mintz-Plasse) schließt sich dem ungleichen Team an -- verfolgt aber seinen eigenen Plan.

Lustig, aber kein Klamauk

Kick-Ass ist beleibe kein harmloser Kinderfilm -- auch wenn Trailer diesen Eindruck erwecken. Der Film hat eine schonungslose Gewaltdarstellung. Trotz der Action ist Kick-Ass aber ein herrlich selbstkritischer Film, der das ganze Genre der Superhelden persifliert. Er zeigt das, was Superhelden eigentlich sind: alberne, maskierte Menschen in engen Spandexanzügen. Trotzdem ist der Humor in Kick-Ass nie flach. Ernste Momente verleihen dem Film an mancher Stelle sogar ungeahnten Tiefgang.

Kino-Trailer zu Kick-Ass 2:28 Kino-Trailer zu Kick-Ass

Die Leistung der Schauspieler ist fast durchgehend gut und glaubwürdig. Besonders Nicolas Cage in seiner kuriosen Nebenrolle ist besonders sehenswert. Einzig der mysteriöse Red Mist (»McLovin« aus Superbad) bleibt sehr blass und eignet sich weder als Assistent noch als Gegner von Kick-Ass. Seine Figur ist der einzige Schwachpunkt im Ensemble und hinterlässt leider einen faden Beigeschmack im sonst sehr positiven Eindruck.

Genre-Mix

Kick-Ass ist im Prinzip eine Sammlung verschiedener Genres: Realistische Actionpassagen kommen genauso vor, wie Teile mit übertriebenem Cartoonstil. So hört sich auch der Soundtrack an, ernste Passagen und epische Klänge wechseln sich mit fast schon poppigem Gedudel ab. Diese Genremischung wird nicht jedem Zuschauer gefallen. Lässt man sich aber darauf ein, wird man mit Kick-Ass viel Spaß haben.

Fazit:

Christian Mester (bereitsgesehen.de): »Kick-Ass ist eine äußerst witzige, blutige und actionreiche Liebeserklärung an alle Comic-Verfilmungen und Superheldenfilme. Nicht nur, aber besonders für Genrefans, ist diese rasante Komödie sehenswert.«

Kinokritik in Kooperation mit bereitsgesehen.de.


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