Kritik an Internetsperren = Entlassung - E-Mail an Abgeordnete ging an Arbeitgeber

In Frankreich wurde ein Webdesigner aufgrund einer kritischen E-Mail an eine Abgeordnete von seinem Arbeitgeber entlassen, dessen Besitzer Verbindungen zu Präsident Sarkozy hat.

von Georg Wieselsberger,
10.05.2009 11:46 Uhr

Das französische Hadopi-Gesetz, dessen Einführung und Rechtmäßigkeit aufgrund einer neuen Entscheidung des EU-Parlamentes ohnehin fragwürdig ist, sorgt auch schon vor seinem Inkrafttreten in Frankreich für einen Skandal. Der Webdesigner Jérôme Bourreau-Guggenheim hatte in einer privaten E-Mail an die für seinen Bezirk zuständige Abgeordnete Françoise de Panafieu das Gesetz kritisiert. Panafieu leitete die E-Mail an das für das Gesetz zuständige Kultusministerium weiter.

Wer dort die E-Mail an den Arbeitgeber von Bourreau-Guggenheim, die Senderkette TF1, weitergab, ist nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass der Webdesigner zwei Monate nach der E-Mail zu seinem Vorgesetzten gerufen wurde, der ihm den Text der Nachricht vorlas und dann die Kündigung aussprach. Pikanterweise gehört TF1 unter anderem Martin Bouygues, dem Paten des Sohnes von Präsident Sarkozy. Sarkozy und seine Frau Carla Bruni gehören zu den stärksten Befürwortern des neuen Gesetzes. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich auszumalen, welchen Weg die E-Mail genommen haben könnte.

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