Künstliche Intelligenz - Forscher entwickeln »die zornigste KI der Welt«

Forscher aus Neuseeland wollen eine »wütende« Künstliche Intelligenz erschaffen, die helfen soll, verärgerte Menschen zu verstehen.

von Georg Wieselsberger,
13.05.2015 14:26 Uhr

Neuseeländische Forscher wollen eine »wütende« KI erschaffen. Neuseeländische Forscher wollen eine »wütende« KI erschaffen.

Das Technologie-Unternehmen Touchpoint aus Neuseeland will laut eigenen Aussagen mit dem Projekt »Radiant« die »zornigste Künstliche Intelligenz der Welt« erschaffen. Das Ziel der Forscher soll schon bis Ende des Jahres erreicht werden. Dann soll die neue KI mit einer Datenbank aus Hunderten Millionen Reaktion von verärgerten Kunden ausgestattet werden, daraus lernen, wie wütende Menschen sich verhalten und dann programmiert werden, dieses Verhalten nachzuahmen. Das soll laut dem Experten Stuart Armstrong sogar recht einfach sein, da es bei menschlichem Ärger nicht viel Unterschiede gäbe. »Wenn jemand wütend ist, werfen sie mit Beleidigungen um sich, es gibt kaum Feinheiten in der Interaktion, also muss man auch nichts Kompliziertes programmieren. Wut ist leicht zu imitieren, ohne in die Tiefe zu gehen.«

Trotzdem stellt sich natürlich die Frage, aus welchem Grund Forscher eine KI erschaffen wollen, die sich wie ein Mensch ärgern kann. Das Ziel ist es, verärgerte Menschen besser zu verstehen und was genau aus einer Mischung aus »Produkten, Systemen, Regelungen, Arbeitsvorgängen und den Personen, mit denen sie zu tun haben«, Wutausbrüche auslösen kann. Unternehmen und Mitarbeiter könnten dann daraus lernen und die KI könnte den Mitarbeitern, die direkt mit Kunden zu tun haben, Vorschläge machen. Das werde für viele Unternehmen interessant, die mit Beschwerden von Kunden zu tun haben.

»Unser Geschäft besteht nicht darin, Beschwerden zu managen, sondern Probleme zu behandeln, die zu Beschwerden führen könnten«, so Frank van der Helden, CEO der Touchpoint Group. Die »wütende« KI wird also nicht wie ein Mensch anfangen, sich unbeherrscht zu äußern, sondern stattdessen schon vorher erkennen, wie sich bei einem Menschen das Erreichen dieses Punktes wahrscheinlich vermeiden lässt.

Quelle: The Australian, Telegraph


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