Kundengängelung bei Online-Shops - Hendrik Weins über Amazons Import-Stop

Hendrik Weins über das Geschäftsgebahren von globalisierten Unternehmen.

von Hendrik Weins,
01.03.2009 10:01 Uhr

Globalisierung ist toll – zumindest für viele Firmen. So verschwand Nokia letztes Jahr aus Bochum, um in Rumänien günstiger zu produzieren. Dem mündigen Bürger erschließen sich aber auch grenzübergreifende Einsparmöglichkeiten. Indem er in Deutschland überteuerte Waren boykottiert und diese im Ausland einkauft – zum Beispiel in England.

Das britische Pfund ist günstig wie nie; schlecht für die britische Industrie, gut für uns. Bei Amazon.co.uk kosten Spiele derzeit fast nur halb so viel wie beim deutschen Online- Händler! Weiterer Vorteil für Erwachsene: Im Ausland kommen volljährige Spieler an die ungeschnittene Version ihres Lieblingsspiels – kein grünes Blut, keine albern umbenannten Waffen und meist deutlich bessere (allerdings englische) Synchronsprecher.

Nur geht die Globalisierung manchem Versandhändler zu weit. Amazon.co.uk versendet plötzlich viele Spiele nicht mehr nach Deutschland. Warum? Vorauseilender Gehorsam, weil sich Amzon.co.uk auf einmal Gedanken über den deutschen Jugendschutz macht? Nur ein Fehler im System, wie Amazon in automatisch generierten E-Mails behauptet? Ich glaube viel mehr, dass Amazon.de viele Kunden an die günstigere, britische Tochter verliert und deswegen die Schotten dicht macht.

Aus so einem Verhalten ziehe ich Konsequenzen: Weder kaufe ich Produkte von Firmen, deren Geschäftsgebaren mir missfällt. Noch bestelle ich bei Händlern, die mich gängeln wollen. Gibt ja schließlich noch mehr Angebote im Internet – auch in England.

Hendrik Weins, Redakteur Hardware


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