Kurioser Websurfing-Wettbewerb - Nur mit Ein-Tasten-Maus und ohne Tastatur

Wer meint, die Nutzung des World Wide Web zu beherrschen, sollte vielleicht einmal an einem Websurfing-Wettbewerb teilnehmen.

von Georg Wieselsberger,
14.08.2014 14:54 Uhr

Websurfing-Wettbewerbe stellen die Teilnehmer oft vor große Probleme.Websurfing-Wettbewerbe stellen die Teilnehmer oft vor große Probleme.

Der Künstler Dragan Espenschied hat erneut einen Websurfing-Wettbewerb veranstaltet, über den die Webseite The Verge berichtet. Bei diesen Wettbewerben haben die Teilnehmer die Aufgabe, bestimmte Webseiten oder Dinge im Internet zu finden, können aber nur eine Maus mit einer Taste und keine Tastatur verwenden. Damit sind keine Eingaben in Suchmaschinen oder in die Adresszeile möglich und auch die »Zurück«-Schaltfläche wird ausgeblendet.

Schon vor vier Jahren hatte Espenschied zusammen mit Olia Lialina in Deutschland so einen Wettbewerb veranstaltet, bei dem die Teilnehmer mit all diesen Einschränkungen von Amazon.com zu The Pirate Bay finden mussten. Dabei zeigte sich, dass das extrem schwer ist, während es sehr einfach war, von 4chan zur Webseite des FBI zu finden. Der neue Wettbewerb hingegen stellte den Teilnehmern zunächst die Aufgabe, auf Amazon unterschiedliche Dinge zu finden, beispielsweise neonfarbene Schminke. Ohne Eingaben mit der Tastatur in das Suchfeld bei Amazon erscheint das als schier unmöglich. Der Artikel beschreibt, wie ohne diese Möglichkeit plötzlich zuvor kaum wahrgenommene Bereiche der Webseite wichtig werden.

Über eine zufällige Anzeige für farbige Bleistifte führte der Weg über die Rezension eines Bleistift-Käufers zu einer Perücke immerhin zu Neon-farbenen Perücken für Cosplay, stets mit der letztlich unerfüllten Hoffnung, dort irgendwo vielleicht auch einen Link zu entsprechender Schminke zu finden. Der anschließende Surftest, der von der Webseite eines Anbieters transportabler Toiletten zu einer Kunstausstellung in New York führen sollte, wurde von keinem der Teilnehmer erfolgreich abgeschlossen. »Wenn man keine Suchanfragen an Google oder Amazon stellen kann, muss man mehr erkunden und man fängt an zu verstehen, was große Unternehmen als Strukturen der Welt ansehen, deren Existenz sie bestätigen«, so Espenschied zu dem Sinn solcher Veranstaltungen.


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