Lauschende Smart-TVs - Sprache wird unverschlüsselt und im Klartext übertragen (Update)

Samsung hat eine Klarstellung zu seinen Nutzungsbedingungen veröffentlicht, die »für Verwirrung« gesorgt haben.

von Georg Wieselsberger,
23.02.2015 12:42 Uhr

Samsung stellt klar, dass nur interaktive Suchbefehle an Server übertragen werden.Samsung stellt klar, dass nur interaktive Suchbefehle an Server übertragen werden.

Update: Obwohl Samsung in seiner Mitteilung ausdrücklich erklärt hatte, dass die Sprachdaten, die ein Smart-TV überträgt, verschlüsselt sind, ist das zumindest bei einigen Geräten nicht der Fall. Wie die BBC meldet, haben Tests bei einem Smart-TV von Samsung gezeigt, dass die Audiodaten ohne Verschlüsselung und mit zusätzlichen Informationen über das Gerät direkt an den Samsung-Partner Nuance übertragen wurden. Die Server von Nuance verwandeln die Sprache dann in Text, der zurück an den Fernseher geschickt wird - und auch diese Übertragung geschieht laut dem Bericht unverschlüsselt.

Damit lassen sich gesprochene Wörter auf dem Rückweg zum Fernseher im Klartext mitlesen, sofern sich ein Angreifer Zugriff auf die Internetverbindung verschaffen kann. Laut Samsung sei so ein Angriff aber schwer durchzuführen. Die Sicherheitsexperten, die den Test durchgeführt haben, sehen dies aber anders, da jeder Provider zumindest theoretisch Zugriff auf die übertragenen Dateien hat. Das Problem ließe sich durch einfache Verschlüsselung lösen. Laut BBC hat Samsung versprochen, ein entsprechendes Update zu veröffentlichen.

Originalmeldung: Samsung hat in einem Blogbeitrag auf die Berichte über die anscheinend ständig lauschende Spracherkennung seiner Smart-TVs reagiert. Man nehme die Privatsphäre der Kunden sehr ernst und handle nach den branchenüblichen Standards, die auch Datenverschlüsselung beinhalten und unerlaubte Nutzung oder Datensammlung verbieten. Die Spracherkennungsfunktionen würde nur aktiviert, wenn der Kunde beim ersten Einstellen des Smart-TV den Regelungen zur Privatsphäre und den Nutzungsbedingungen zustimmt. Außerdem sei die Spracherkennung jederzeit aus- und wieder einschaltbar.

Ein Absatz in den Nutzungsbedingungen habe aber »für Verwirrung« gesorgt und wurde deswegen überarbeitet. Demnach gibt es interaktive und bereits vordefinierte Sprachbefehle. Die vordefinierten Befehle werden über ein Mikrofon im Fernseher empfangen und dienen dazu, den Kanal zu wechseln oder die Lautstärke zu ändern. Das zweite Mikrofon in der Fernbedienung ist für interaktive Befehle gedacht, beispielsweise die Suche nach einem Film. Nur für diese Befehle ist eine Verbindung mit einem Server notwendig. Einige dieser interaktiven Sprachbefehle übertragen die empfangenen Daten an den Partner von Samsung, bei dem es sich aktuell um Nuance Communications handelt. Dort werden die Sprachbefehle wie beschrieben in Text übersetzt und Samsung räumt sich auch weiterhin das Recht ein, diese Daten für eine Verbesserung des Dienstes zu sammeln.

Allerdings geschieht dies nur, wenn ein Sprachbefehl über das zweite Mikrofon mit einem Suchbegriff eingegeben wird. Dazu ist explizit die Aktivierung über einen Button auf der Fernbedienung oder dem Fernseher selbst notwendig. Wenn die Spracherkennung deaktiviert wird, stehen solche interaktiven Befehle nicht mehr zur Verfügung, es sei aber möglich, den Smart-TV über die vordefinierten Sprachbefehle zu steuern. Die Deaktivierung der Datensammlung ist weiterhin per Menü möglich und auch in der neuen Fassung warnt Samsung davor, dass dann einige Features der Spracherkennung dann nicht mehr funktionieren.


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