Lieferdrohnen von Amazon - US-Luftfahrtbehörde erlaubt Tests mit vielen Auflagen

Die US-Luftfahrtbehörde hat ihr Verbot von kommerziellen Drohnen etwas aufgeweicht und erlaubt Amazon nun zumindest Tests mit strengen Auflagen.

von Georg Wieselsberger,
22.03.2015 09:53 Uhr

Amazon darf seine Lieferdrohnen für Prime Air nun zumindest offiziell in den USA testen.Amazon darf seine Lieferdrohnen für Prime Air nun zumindest offiziell in den USA testen.

Die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) hatte schon Mitte 2014 erklärt, dass Drohnen nicht für kommerzielle Zwecke verwendet werden dürfen. Die Regeln der FAA sahen schon seit 2007 vor, dass Drohnen nur als Hobby oder Freizeitaktivitäten verwendet werden dürfen. Flüge aus kommerziellen Grünen seien daher grundsätzlich nicht erlaubt. Das betraf auch die Tests von Amazon für den geplanten Lieferdienst Prime Air.

Amazon hatte daraufhin angekündigt, seine Forschung und Entwicklung aus den USA abzuziehen und in Ländern zu testen, in denen dies möglich ist. Im Februar 2015 hatte die FAA dann einen Entwurf für Regeln vorgestellt, die kommerzielle Einsatzzwecke für Drohnen zwar theoretisch ermöglichen, aber sehr viele Einschränkungen vorsehen. Nun hat die FAA Amazon anhand dieser neuen Regeln zumindest den Testbetrieb von Drohnen in den USA ermöglicht. Diese experimentelle Erlaubnis gilt aber nur für ein Gebiet im Bundesstaat Washington.

Dort dürften diese Flüge nur bei Tag stattfinden und maximal eine Flughöhe von 122 Metern erreichen. Die »Piloten«, die die Drohnen steuern, müssen eine private Pilotenlizenz samt aktuellem Gesundheitszeugnis besitzen. Während der Tests muss der Pilot außerdem ohne technische Hilfsmittel stets Sichtkontakt mit der Drohne haben. Die FAA erwartet von Amazon aktuelle Berichte über Probleme und die Anzahl der Testflüge.

Amazon kann die Lieferdrohnen damit zwar offiziell in den USA testen, doch mit dem geplanten Einsatzzweck dürften diese Tests nur wenig zu tun haben. Eine Lieferdrohne, die nur in Sichtweite des Piloten ausliefern kann, dürfte wenig Sinn machen. Sollten sich diese strengen Regeln der FAA nicht ändern, müsste Amazon sein Projekt Prime Air zumindest in den USA begraben. Auch andere Unternehmen wie DHL, die ähnliche Pläne angekündigt hatten, wären davon natürlich betroffen.

Quelle: FAA


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