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Logitech G27-Lenkrad - Test: sehr gut, aber überteuert

Der Nachfolger des G25-Lenkrads überzeugt im Test mit gleicher Präzision und Force Feedback. Der mit 300 Euro sehr hohe Preis des Logitech G27 ist im Vergleich zum Vorgänger aber völlig überzogen.

von Hendrik Weins,
17.11.2009 11:00 Uhr

Seit Ende 2006 wohnt das Lenkrad Logitech G25 in unserer Bestenliste und wurde erst Mitte 2008 vom Fanatec Porsche 911 Turbo als bestes Lenkrad abgelöst. Mit dem G27 will Logitech wieder zurück an sie Spitze. Unzählige Test-Runden später steht fest: Logitech hat saubere Arbeit geleistet, haut beim Preis-Leistungs-Verhältnis aber voll daneben.

Installation und Verarbeitung

Im Gegensatz zum teils kabellosen Fanatec Porsche 911 Turbo müssen Sie beim G27 viele Strippen ziehen und Pedalerie, Schaltung und Netzteil miteinander verkabeln. Ohne Treiber-Installation bleiben die beiden Force-Feedback-Motoren stumm, der Treiber ist also Pflicht.

Die Verarbeitung überzeugt, die wichtigsten Elemente wie Schaltwippen oder Pedale bestehen aus Metall. Allerdings zeigt Fanatec mit dem Porsche GT3 RS das es auch deutlich hochwertiger geht, zumal das Edel-Set ebenfalls 300 Euro kostet. Im Vergleich zum feinen Alcantara-Leder des GT3 wirkt das Gummi des G27 deutlich gewöhnlicher. Auch bei der Rutschfestigkeit kann es nicht mit dem GT3 mithalten. Zum einen bietet das Volant längst nicht die Griffigkeit eines GT3, zum anderen verrutschen die Schraubzwingen bei heftigen Bewegungen etwas.

Auch die Pedalerie kann nicht mit der Fanatec-Konkurrenz mithalten, sie ist zwar gut, aber eben nicht überragend. Zumindest auf Teppichboden verrutschten die Pedale erst bei kräftigem Fußeinsatz, auf glattem Boden haben die Pedale weniger Halt. Nicht überzeugen kann die H-Schaltung. Sie sitzt zwar recht fest per Schraubzwinge am Schreibtisch, dafür ist der Schaltvorgang arg schwammig. So erinnert uns der Schaltvorgang eher an einen Kleinwagen, als an einen Renn-Boliden.

Ausstattung

Im Vergleich zum Vorgänger G25 hat sich bei der Ausstattung nicht viel getan. Sie können nun 16 statt 10 Knöpfe frei mit Befehlen belegen und die Profile dazu im Treiber abspeichern.
Das digitale Steuerkreuz sitzt allerdings auf der Schalteinheit, so dass Sie diese mit aufbauen müssen, auch wenn Sie lieber mit den Schaltwippen arbeiten. Die sequentielle Schalteinheit hat Logitech gestrichen, dafür dem G27 aber eine LED-Anzeige spendiert, die in Rennspielen die Drehzahl des Motors anzeigt.

Handling

Wie bereits vom Vorgänger G25 gewöhnt, zirkeln Sie auch mit dem G27 äußert präzise um Ecken - egal ob in GTR2 , Need for Speed: Shift oder rFactor . Die beiden kräftigen Force-Feedback-Motoren lassen Sie jede Bodenwelle spüren und simulieren glaubhaft Fliehkräfte oder Traktionsverluste.
Zwar kann das G27 bei den FF-Effekten die Konkurrenz abhängen, die Clubsport Pedalerie von Fanatec ist der von Logitech aber deutlich überlegen. Denn ein Abstimmen der Bremswege auf das eigene Empfinden oder das Rütteln der Pedale bei blockierenden Reifen finden Sie so nur bei der Konkurrenz.
Dennoch, wer auf deutliche Rüttel-Effekte Wert legt, kommt um die G-Serie nicht herum, denn G25 und G27 bieten beide enorm viel Rückmeldung über die Straßenlage.

Präzises Schalten ist nur mit den Wippen am Lenkrad möglich, die H-Schaltung vermittelte im Test einfach zu wenig Feedback. An der Oberseite des Lenkkopfes sitzt eine kleine LED-Leiste die Ihnen in unterstützten Spielen die Drehzahlen anzeigt. Wirklichen Mehrwert bieten die Mini-Lampen aber nicht, denn in heißen Rennen werden Sie nur selten Zeit haben um auf das Lenkrad zu schauen.


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