Making Games News-Flash - Ensemble Studios: Niedergang dank Überstunden

Ein Ex-Mitarbeiter des geschlossenen Microsoft-Studios spricht erstmals über seinen letzten Arbeitgeber.

von Daniel Raumer, Yassin Chakhchoukh,
15.03.2010 18:00 Uhr

Nach der Schließung der Ensemble Studios (Age of Empires) durch Microsoft im Jahr 2008 meldet sich jetzt ein ehemaliger Mitarbeiter zu Wort, der den Niedergang des Entwicklers begründet: Er verteidigte die Entscheidung des Software-Riesen und prangerte die Crunch-Kultur und unrealistische Ziele des Studios als Schuldige an. Da Paul Bettner einen Teil seiner 12jährigen Unternehmenskarriere im Management tätig war, kann man davon ausgehen, dass die Vorwürfe nicht ganz unberechtigt sind.

Laut Bettner hat es kein Titel der Ensemble Studios termingerecht in die Läden geschafft, Verdopplungen der ursprünglich angesetzten Produktionszeit waren an der Tagesordnung und die Kosten explodierten dementsprechend. Die Mitarbeiter bekamen die Fehlplanung in langen Überstunden zu spüren und mussten deutliche Abstriche in Sachen Lebensqualität hinnehmen. Eine Unternehmenskultur der Workaholics vergiftete das Arbeitsklima und verbrannte gute Mitarbeiter. Das bestätigen auch anonyme Umfragen unter Entwicklern: Demnach plant ein Drittel aller Entwickler, der Branche innerhalb von fünf Jahren den Rücken zu kehren -- leider verschwindet damit auch die Erfahrung der Mitarbeiter auf Nimmerwiedersehen.

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