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Making of Hexen 2 - Die Hexer von Madison

Hexen 2 widmen wir die allererste GameStar-Titelgeschichte, nun blicken wir zurück, wie das Actionspiel entstand - inklusive Video! Nach einem recht braven Fantasy-Doom gelingt Raven mit Hexen 2 nämlich eine ambitionierte Mischung aus Action, Rollenspiel und vertrackten Puzzles.

von Michael Graf,
13.09.2017 00:00 Uhr

Hall of Fame: Hexen 2 - Ein verkannter Pionier PLUS 4:20 Hall of Fame: Hexen 2 - Ein verkannter Pionier

Nur gut, dass John Romeros Freundin die regionale Tageszeitung gründlich liest. So fällt ihr nämlich eine Stellenanzeige auf, die ihren Boyfriend und dessen Kollegen von id Software verblüfft: Da sucht eine Firma namens Raven Software doch tatsächlich nach einem PC-Spiele-Programmierer. Und das ist Anfang 1992 etwas enorm Exotisches in Madison, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Wisconsin, der eher für seine Käsereien bekannt ist.

Romero beschließt, einfach mal bei diesen Raven-Burschen anzurufen - es ist der Beginn einer langen Freundschaft. »Es stellte sich heraus, dass id nur eine Meile von unserem Büro entfernt war«, erzählt Raven-Mitgründer Brian Raffel. »Ich erinnere mich noch an den Tag, an dem John Romero, John Carmack, Adrian Carmack und Tom Hall das erste Mal bei uns vorbeischauten, das waren imposante Typen.

Und es war der Ausgangspunkt für die Entstehung von Hexen und seiner Vorgänger.« Dass es dann 1997 ein Spiel namens Hexen 2 gibt, das den Titel der ersten GameStar-Ausgabe ziert, ist auf einen irrwitzigen Zufall zurückzuführen: Selten gab es in der Spielegeschichte einen so eklatanten Fall von »zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein«.

Jörg Langer packt aus - Wie wir beim Hexen-2-Test flunkerten

Black Crypt (1992) Schon Ravens Debüt hat Ego-Ansicht und Echtzeitablauf, orientiert sich spielerisch aber an D&D-Kampagnen und Computer-Rollenspielen wie Dungeon Master oder Eye of the Beholder. Black Crypt erscheint nur für den Amiga-Heimcomputer und nutzt dessen 64-Farben-Modus mit eindrucksvoller Grafik aus. Gesalzener Schwierigkeitsgrad und fummelig Bedienung erfordern heldenhafte Geduld. Testzitat: »Rollenspieleinsteiger werden schnell verzweifeln, wenn sie in den verwirrenden Labyrinthen über beinharte Monsterhorden und happige Puzzles stolpern. … Die Monster und die Verlieswände gefallen mit in puncto Farbenpracht und Abwechslungsreichtum um einiges besser als die Grafiken von Dungeon Master.« (71 von 100 Punkten in Power Play 4/1992)

ShadowCaster (1993) Nach dem beinharten Rollenspiel Black Crypt gerät Raven schon bei seinem zweiten Titel auf die Action-Bahn. Kein Wunder, schließlich basiert ShadowCaster auf einer verbesserten Version von John Carmacks Wolfenstein-3D-Engine, mit der die Grafiker hübsche bunte Fantasy-Levels zaubern. Der Monster vermöbelnde Held Kirt verwandelt sich in sechs magische Kreaturen, die über verschiedene Fähigkeiten verfügen. Testzitat: »Tiefschürfende Rollenspiel-Elemente wurden verbannt, doch durch die kleinen, aber feinen Puzzles und das taktisch kluge Einsetzen der verschiedenen Körperformen kommt ein wenig Tiefgang ins Spiel. … Ein kurzweiliger Action-Trip, der sich ruhigen Gewissens ganz auf den Charme seiner fulminanten Grafik verlassen kann.« (79 von 100 Punkten in PC Player 12/1993)

Heretic (1994) Dieselbe Engine, dasselbe Shareware-Verkaufsmodell, die selben Multiplayer-Optionen – und selbst das Hochtempo-Spielgefühl erinnert stark an id Softwares Doom. Doch Heretic bietet auch Neuerungen wie ein Inventar und erlaubt es dem Spieler, nach oben und unten zu blicken. Mit Elf Corvus kämpfen wir uns zunächst durch drei Episoden, die Version Shadow of the Serpent Riders von 1996 enthält zwei weitere Kapitel. Testzitat: »Heretic macht spontan Spaß: Flott zu spielen, gut ausgetüftelte Levels und durch die Verwendung von Fantasy-Monstern als Gegner ist es nicht so bedenklich wie andere Spiele dieser Gattung. Das Recycling der immer gleichen Dämonen bremst die Langzeitmotivation aber ebenso wie der Mangel an genialen neuen Ideen.« (77 von 100 Punkten in PC Player 3/1995)

Eindruck schinden mit Amiga-Grafik

Raven Software sitzt bis heute in Madison, doch für id Software bleibt es eine Zwischenstation; gerade mal ein halbes Jahr weilen die beiden Firmen in der selben Stadt. Und dazu ist es überhaupt nur gekommen, weil id-Mitgründer Tom Hall hier mal die Universität besucht hat. 1991 schwärmt er seinen Kollegen von der Schönheit des Standorts vor, hier sollte die junge Minifirma ihre Zelte aufschlagen.

Dummerweise unterschlägt Hall dabei, wie unwirtlich der Winter in Wisconsin sein kann. Schon im April 1992 flieht id Software ins deutlich wärmere Texas, doch die partnerschaftliche Beziehung zu Raven bleibt bestehen. Das liegt an gemeinsamen Interessen wie dem Tabletop-Rollenspiel Dungeons & Dragons sowie an gegenseitigem Respekt.

Raven staunt über ids neue 3D-Technologie und id zeigt sich von Ravens Debütspiel beeindruckt, das Electronic Arts im März 1992 für den Amiga veröffentlicht: Black Crypt ist eine hübsche Dungeon-Erkundung mit Echtzeitablauf, doch zur Shooter-Werkstatt wird Raven erst unter dem id-Einfluss.

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