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Auf geht's

Man of Steel - Super, dieser Superman

Dem neuen Superman-Film Man of Steel gelingt das schier Unmögliche: Superman zu einem coolen Helden zu machen und die Avengers an Spektakel sogar noch zu übertreffen.

von Alexander Voigt,
19.06.2013 14:00 Uhr

Man of Steel - Kino-Trailer zum Superman-Film 1:39 Man of Steel - Kino-Trailer zum Superman-Film

Die Geschichte der Comic-Heroen begann 1938 mit der ersten Ausgabe des »Action-Comics«, dessen Held »Superman« den Grundstein für alle weiteren Cape- und Maskenträger legte. Kein Wunder also, dass Hollywood 1978 ebenfalls Superman auswählte, um das Comic-Genre auch im neuen »Blockbuster«-Format (ein Begriff, der erst wenige Jahre zuvor mit »Der weiße Hai« entstanden war und mit »Star Wars« endgültig etabliert wurde: Ein Film, der mit großen Werbeaufwand den Sommer in den Kinos dominierte) auf die Leinwand zu bringen.

Den anfänglichen Erfolg verspielte das Studio Warner allerdings relativ schnell. Bereits Teile Drei und Vier führten zum Niedergang des Comic-Hypes im Kino, auch wenn Hauptdarsteller Christopher Reeve für viele stets als DER Superman gehandelt wurde.

Nach Superman IV wurde es still um den Exil-Kryptonier. Während Batman und Co Kassenerfolge lieferten, stritten seit den 90ern diverse Drehbuchautoren, Regisseure und Schauspieler um den nächsten großen Superman-Film, der schließlich 2006 mit dem viel zu zahmen und belanglosen »Superman Returns« realisiert wurde.

Die Zeichen der Zeit waren eindeutig: Die Zukunft gehörte ernsten, realistischen Helden wie Batman oder Iron Man, oder völlig überdrehten Supermutanten wie den X-Men oder den Fantastischen Vier. Doch ausgerechnet Christopher Nolan, der mit seiner Batman-Trilogie den Maßstab für glaubwürdige und anspruchsvolle Comic-Action im Kino gesetzt hatte, sollte nun auch Superman wieder zurück in den Olymp der Kinolegenden holen.

Zurück zum Anfang

Der Legende nach spann Nolan in den Drehpausen von The Dark Knight Rises zusammen mit Autor David S. Goyer an einer neuen Geburtsgeschichte von Superman. Ganz zufällig dürfte dies nicht geschehen sein. Der Erfolg von Marvels »Phase 1«-Projekt (diverse Einzelfilme zu Marvel-Helden, die dann in »The Avengers« zum Teamspiel aufrufen) hatte auch bei DC dazu geführt, sich Gedanken um die Aktivierung der Justice League zu machen, die natürlich hauptsächlich von Batman und Superman angeführt werden.

Man of Steel - Bilder zum Kinofilm ansehen

Doch damit die Justice League auch im Kino durchstarten konnte, bedurfte es zwei stabiler Standbeine und die Performance von Brandon Routh in Superman Returns dürfte wenig Zuversicht verstrahlt haben. Obwohl der letzte Superman-Film also gerade einmal sechs Jahre alt war, entschloss man sich, diesen Film einfach komplett zu ignorieren und die Uhren im Kino wieder auf Null zu stellen.

Der bereits comicerfahrene Regisseur Zack Snyder (dessen Umsetzungen von Comics wie »Watchmen« oder »300« besser waren als seine eigenen Geschichten wie in »Sucker Punch«) bekam ein Budget von knapp 225 Millionen zur Verfügung, um mit »Man of Steel« den ältesten aller Comichelden wieder fit für das neue Publikum zu machen.

Riskant war das Unternehmen nicht: Der größte Teil der Produktionskosten wurde wie bereits beim letzten James Bond Abenteuer »Skyfall« im Vorfeld durch Werbepartnerschaften und Product Placement (unter anderem Nokia) wieder reingeholt.

Tschüss Krypton

Die Ursprunggeschichte von Superman erzählt Snyder dabei nicht chronologisch sondern anhand zahlreicher Rückblenden in die verschiedenen Lebensstationen von Kal-El bzw. Clark Kent.

Nur die ersten 20 Minuten des Films widmet Snyder komplett dem Untergang von Krypton, das als Mischung der Planeten Vulkan und Pandoria beschrieben werden kann. Hier werden wir erneut Zeuge, wie Jor-El und seine Frau den kleinen Kal, der seit Tausenden von Jahren das erste »natürlich« geborene Kind des Planeten ist, in letzter Sekunde von dem zum Tode geweihten Planeten Krypton schießen.

Man of Steel - Trailer stellt die Schurken vor 1:46 Man of Steel - Trailer stellt die Schurken vor

Und erneut können sich Kinogänger wieder kleinliche Fragen stellen: Warum kommen eigentlich nicht viel mehr Leute auf die Idee, in Rettungskapseln zu steigen oder warum verbringen die Anführer von Krypton eigentlich so viel Zeit damit, den putschenden General Zod in die Phantom-Zone zu schicken, statt sich selbst schnell in ein Raumschiff zu setzen und die Zerstörung des Planeten aus sicherer Entfernung zu betrachten?

Aber sei es drum, die seit Jahrzehnten bekannte Ursprungsgeschichte wird in Man of Steel endlich ausführlich beleuchtet und der Planet Krypton tiefer betrachtet als in vorherigen Filmen.


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