Mass Effect 2 - Auf der Gamescom angespielt

Auf der Gamescom in Köln gab es das Scifi-Rollenspiel Mass Effect 2 nicht nur zu sehen, wir konnten sogar eine rund zehn Minuten lange Mission selbst spielen.

von Christian Schmidt,
20.08.2009 19:43 Uhr

Überraschung: Auf der Gamescom in Köln gab es bei Electronic Arts das Scifi-Rollenspiel Mass Effect 2 nicht nur zu sehen, wir konnten sogar eine rund acht Minuten lange Mission auf der Xbox 360 selbst spielen.

Der Einsatz spielt auf der Minenkolonie Illium, unser Hauptcharakter Shepard wird gerade von der Asari Seryna in einem Flugauto zum Ziel geflogen, dem Wolkenkratzer, in dem sich die Nassana Dantius aufhalten soll. Mass Effect-Veteranen kennen die skrupellose Asari aus dem ersten Teil – dort suchte man in einer Nebenmission nach deren Schwester Dahlia.

Wohligvertrautes Gefühl bei der Ankunft am Wolkenkratzer: Dort geht’s gleich wieder mit einer Aufzugfahrt los. Allerdings nur in einer kurzen, stilisierten Zwischensequenz, die die Ladepause kaschiert.

Auf Nassanas Etage steigen wir ins Spiel ein, was in dem Fall heißt: in den Kampf. Denn die Asari wird von Eclipse-Söldnern und schlaksigen Roboterdrohnen, so genannten LOKI Mechs, bewacht. An Shepards Seite: die Begleiter Miranda und Jacob. Die stammen nicht aus dem ersten Teil, trotzdem könnten sie Ihnen schon über den Weg gelaufen sein. Miranda und Jacob tauchen in Mass Effect Galaxy auf, dem offiziellen Ableger für iPhone und iPod Touch.

Der Kampf verläuft genau wie im ersten Teil, bei der Handhabung konnten wir keine wesentliche Änderung entdecken. Auch die Gegner-KI, im ersten Mass Effect einer der Schwachpunkte, hat sich nicht spürbar verbessert. Zwar gehen die Söldner oft in Deckung, im Zweifel laufen sie aber immer noch stupide in die Schusslinie.

Die lineare Ballerei dauert ein paar Minuten, danach tritt das Dreierteam in das Büro von Nassana, die von Leibwächtern geschützt wird. Die Waffen schweigen, die Konfrontation läuft verbal weiter, gesteuert über das bekannte Kreismenü aus dem Vorgängen, bei dem man Stichpunkte wählt.

Dabei taucht auch ein Interrupt-Ereignis auf – auf dem Bildschirm erscheint während des Gesprächs kurz eine Tastenanzeige, die linke Schultertaste. Wenn wir den Button rechtzeitig drücken, ändert sich der Gesprächsverlauf. Teilweise dramatisch, wie vor zwei Monaten auf der E3 zu sehen war, als Shepard eine Wache abrupt in die Tiefe stößt, teilweise aber auch ziemlich unspektakulär, so wie diesmal: Shepard reagiert aggressiv und verkürzt damit schlicht den weiteren Dialog. So oder so endet die Situation gleich, nämlich überraschend.

Während Nassana noch spricht, springt plötzlich eine Gestalt aus der Decke, streckt die drei Leibwächter nieder und exekutiert Nassana mit einem Schuss. Dann legt er der Sterbenden die Arme über der Brust zusammen und verharrt schweigend vor ihr, in sich versunken.

„Willst du nicht mit mir sprechen?“, fragt Shepard.
„Für die Niederträchtigen muss man beten“, antwortet der Attentäter.
„Du glaubst, sie hat das verdient?“
„Es ist nicht für sie. Es ist für mich.“

Der geheimnisvolle Assassine, das wissen wir seit der E3, ist Thane, einer der möglichen Begleiter in Mass Effect 2. Damit endet die spielbare Passage der Gamescom, die einen klaren Vorgeschmack darauf gibt, dass Mass Effect 2 wieder in Sachen Erzählung, Charaktere und Inszenierung wieder ein erstklassiges Rollenspiel werden dürfte.


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