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Mass Effect im Test - Das Sci-Fi-Epos endlich für den PC

Die Leser unserer Konsolen-Schwester GamePro haben Mass Effect zum besten Rollenspiel 2007 gewählt. Hat Biowares Science-Fiction-Epos auch auf dem PC das Zeug zum Hit?

von Daniel Matschijewsky,
27.05.2008 12:26 Uhr

Niederes Getier. Wenn Rollenspiele eines gemeinsam haben, dann dass man sich zu Beginn in der Regel mit Ratten und Spinnen herumschlagen muss, um erste Erfahrungspunkte anzuhäufen. Aber wie soll man sich als Held in der Lage fühlen, Welten zu retten, wenn man erst mal als Kammerjäger missbraucht wird?

Die ebenso traditionelle wie unnötige Durststrecke weiß der Entwickler Bioware ( Knights of the Old Republic , Baldur's Gate 2 ) in seinem Science-Fiction-Rollenspiel Mass Effect glücklicherweise zu umgehen. Auch sonst macht der bislang Xbox-360-exklusive und nun für den PC umgesetzte Hit-Kandidat vieles richtiger als seine Genre-Kollegen - aber manches auch ... nun ja, falscher.

Erstellen

Bevor Mass Effect so richtig loslegt, klicken Sie sich durch die Charaktererstellung. Geschlecht, Aussehen, Klassenwahl - alles wie gewohnt. Die sechs Heldentypen decken das übliche Rollenspiel- Portfolio ab: Während etwa der Soldat (vergleichbar mit brachialen Fantasy-Haudraufs) gern mit schwerem Gerät aus der Distanz ballert, schleudert der schwach gepanzerte und am besten mit einem Magier vergleichbare »Experte« unvorsichtige Gegner dank seiner telekinetischen Fertigkeiten jedi-mäßig durch die Luft. Naturgemäß unterscheiden sich die Klassen im Anspruch. Während Einsteiger lieber zu waffenstarken Charakteren greifen sollten, versuchen sich Rollenspiel-Profis an den mental begabten Kämpfern.

So oder so dürfen Sie mit jedem Levelaufstieg Punkte auf ein Dutzend Talente verteilen und Ihren Helden verbessern. Wahlweise übernimmt das Programm diese Aufgabe - und das recht clever. Neben den Talenten definieren Sie zu Beginn auch die Vergangenheit Ihres Helden. Da haben Sie zum Beispiel die Wahl, ob er als Waise aufgewachsen sein soll und sich mit 18 Jahren zum Militärdienst verpflichtet hat oder ob er als Kind mit ansehen musste, wie die eigene Familie von Sklavenhändlern getötet wurde - Hauptsache traumatisiert. Der Clou: Computergesteuerte Charaktere reagieren auf den jeweiligen Lebenslauf und antworten in Dialogen entsprechend anders. Einer von vielen Gründen, Mass Effect mehr als nur einmal durchzuspielen.

Loslegen

Schnellstart: Direkt nach dem filmreif in Szene gesetzten Intro, in dem die Hauptfigur Shepard als frisch ernannter Commander der alliierten Flotte vorgestellt wird, sollen Sie auf dem malerischen Planeten Eden Prime einen außerirdischen Sender sicherstellen. Rasch steht fest: Die Geth, ein aggressives Robotervolk, wollen zusammen mit dem verräterischen Saren eine alles vernichtende Apokalypse heraufbeschwören.

Mass Effect - Screenshots ansehen

Bereits diese erste Mission ist überraschend abwechslungsreich: Sie retten verschanzte Kolonisten, greifen der in der Klemme sitzenden Soldatin Ashley unter die Arme, entschärfen unter Zeitdruck Bomben und müssen schließlich mit ansehen, wie Saren entkommt. Diesen packenden Auftakt inszeniert das Programm entsprechend spektakulär: Gewaltige Raumgleiter kreisen im stimmungsvollen Abendrot, in der Ferne steigen Rauchsäulen einer jüngst geschlagenen Schlacht in den Himmel, und Sie ballern sich effektvoll durch nicht enden wollende Horden anstürmender Geth-Soldaten - so fängt man ein Rollenspiel an!

Steuern

Quasi nebenbei erklärt Ihnen Mass Effect die Steuerung. Die hat Bioware (wie schon bei Jade Empire) vorbildlich für den PC optimiert. Um etwa das Tagebuch, Charakterfenster oder das (immer noch etwas fummelige) Inventar zu öffnen, reicht ein Druck auf die jeweilige Schnelltaste. Zudem dürfen Sie bereits erlernte Fertigkeiten auf eine PC-exklusive Leiste ziehen und per Tastendruck aktivieren - in den hitzigen Gefechten eine enorme Hilfe. Nicht zuletzt gehen die Ballereien mit Maus und Tastatur naturgemäß leichter von der Hand als mit einem Gamepad - Mass Effect fühlt sich so streckenweise beinahe wie ein Actionspiel an.

Doch keine Angst, Bioware-typisch kommt die Taktik trotzdem nicht zu kurz. Wo gehe ich in Deckung? Welche Munition (panzerbrechend, giftig etc.) verwende ich? Wann setze ich welches Talent ein? Wohin schicke ich welchen meiner beiden Teamkollegen? Damit es nicht zu hektisch wird, dürfen Sie das Gefecht jederzeit pausieren und in Ruhe Befehle erteilen. Wirklich nötig ist das aber nur auf den oberen beiden der fünf Schwierigkeitsgrade. Auf der mittleren Stufe räumen die klugen KI-Mitstreiter auch ohne Ihr Zutun ordentlich in den gegnerischen Reihen auf.


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