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Mata Hari im Test - Die legendäre Frau enttäuscht

Mata Hari war eine legendäre Frau mit vielen Facetten. Das gleichnamige PC-Spiel dagegen ist eine eindimensionale Enttäuschung.

von Michael Trier,
16.12.2008 15:12 Uhr

Da müsste doch eigentlich ein gutes Spiel herauskommen: Zwei legendäre Entwickler aus den »guten alten« LucasArts-Tagen nehmen sich eines so faszinierenden wie bekannten Themas an. Und doch schafft es das klassische Abenteuerspiel Mata Hari vom Entwickler Cranberry Production, das Kreativpotenzial des bewegten Lebens der namensgebenden Nackttänzerin und Doppelspionin Mata Hari (*1876; + 1917) komplett zu ignorieren und statt einer spannenden Geschichte eine Abfolge von mäßigen Durchklick-Dialogen zu erschaffen, die lediglich durch einige wächserne Klischees miteinander verbunden sind. So löst Mata gerade zu Beginn fast alle Aufgaben Kraft Ihrer Schönheit und Qualitäten im Bett. Was genau die LucasArts-Veteranen Hal Barwood und Noah Falstein (Indiana Jones and the Fate of Atlantis) außer ihren Namen zu diesem Spiel beigetragen haben, bleibt schleierhaft.

Dabei ist Mata Hari im Grunde ein solides Point&Click-Adventure. In den zahlreichen und hübschen Bildschirmhintergründen tummeln sich polygonarme und hüftsteif animierte Charaktere mit meist nett synchronisierten deutschen Sprecherstimmen. Die Bedienung entspricht samt übersichtlichem Tagebuch, Hotspot-Anzeige per Tastendruck sowie Charaktersprint per Doppelklick dem gehobenen Genrestandard. Aber die Rätsel sind mau und scheinen oft lediglich dazu zu dienen, die häufigen und im Spaßgehalt arg schwankenden Mini-Spiele wie Tanzeinlagen (Klicken auf Notensymbole), Zugfahrten (auf einer Landkarte anderen Agenten entkommen) oder klassischer Rohrleitungs-Bau zu verbinden. Unter dem Strich viel zu wenig für ein gelungenes Adventure.

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