Memristor-Forschung - Neue Chips sind RAM und CPU gleichzeitig

Forscher aus Deutschland und Singapur haben zusammen einen neuen Chip entwickelt, der nicht nur Daten speichern kann, sondern auch als Prozessor funktioniert.

von Georg Wieselsberger,
19.01.2017 13:47 Uhr

Forscher wollen Prozessoren durch ReRAM ersetzen, das CPU und Speicher gleichzeitig ist.Forscher wollen Prozessoren durch ReRAM ersetzen, das CPU und Speicher gleichzeitig ist.

Heutige Technik verwendet voneinander getrennte Bereiche für das Speichern von Daten und für das Ausführen von Befehlen. Das ist laut dem Assistenz-Professor Anupam Chattopadhyay von der Nanyang Technological University (NTU) in Singapur wie ein »langes Gespräch, das über einen kleinen Übersetzer geführt wird, ein zeit- und arbeitsaufwendiger Prozess.« Wenn man die Kapazitäten des Übersetzers erhöhe, könnten mehr Daten effizienter verarbeitet werden.

ReRAM mit CPU-Funktionen

Der neue Chip basiert auf dem Memristor-Konzept und verwendet ReRAM, das bereits von einigen Herstellern wie SanDisk oder Panasonic angeboten wird. ReRAM kennt im Gegensatz zu üblichen Chips beim Speichern von Daten nicht nur die Zustände 0 und 1, sondern auch den Zustand 2. Dabei werden unterschiedliche elektrische Widerstände zum Speichern verwendet.

Außerdem ist ReRAM ein schneller, nicht-flüchtiger Speicher. Durch das Erweitern der Chips mit neuen Funktionen und einem zusätzlichen Zustand 3 wollen die Forscher nicht nur Zeit und Energie sparen, sondern auch doppelt so viel Rechenleistung wie aktuelle CPUs für Laptops und Mobilgeräte erreichen.

Schnelle, kleinere und leichtere Elektronik

Geräte könnten durch den Verzicht auf einen zusätzlichen Prozessor kleiner, flacher und leichter werden. Das sei auch eine Möglichkeit für Hersteller von Elektronik und tragbarer Technik. Schnellere Verarbeitungszeiten gehörten zu den dringendsten Bedürfnissen der Industrie weltweit, da Software immer komplexer werde und Rechenzentren mit immer mehr Informationen umgehen müssten, so die Forscher in einer Pressemitteilung.

Die Forscher der NTU haben mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen und dem Forschungszentrum Jülich bei der Entwicklung der neuen Chips zusammengearbeitet. Das nächste Ziel ist es, die Anzahl der Zustände der ReRAM-Chips weiter zu erhöhen, um noch mehr Leistung zu erreichen.

Quelle: NTU


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