Mensch gegen Maschine - Pokerprofis treten gegen Computer an

Nicht nur in Schach, Backgammon und Dame sind Computer auf dem Weg, den Menschen in Sachen Leistung abzulösen oder haben dies bereits getan, auch beim Pokern scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Ab heute tritt Poker Champion Phil Laak , der die World Poker Tour 2004 gewann, in der Variante Texas Hold´Em gegen einen Computer der Universität Alberta in Kanada für ein Preisgeld von 50.000 US-Dollar an. Bereits vor ein paar Jahren hatte Laak gegen ein Programm der Universität gewonnen, damals jedoch bereits geschätzt, dass er nur 5% besser gewesen sei als der Rechner.

von Georg Wieselsberger,
23.07.2007 13:37 Uhr

Nicht nur in Schach, Backgammon und Dame sind Computer auf dem Weg, den Menschen in Sachen Leistung abzulösen oder haben dies bereits getan, auch beim Pokern scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Ab heute tritt Poker Champion Phil Laak, der die World Poker Tour 2004 gewann, in der Variante Texas Hold´Em gegen einen Computer der Universität Alberta in Kanada für ein Preisgeld von 50.000 US-Dollar an. Bereits vor ein paar Jahren hatte Laak gegen ein Programm der Universität gewonnen, damals jedoch bereits geschätzt, dass er nur 5% besser gewesen sei als der Rechner.

Diesmal wird Laak zusammen mit dem Pokerprofi Ali Eslami antreten. Beide sitzen dabei in verschiedenen Räumen und ihre Karten werden sozusagen gespiegelt. So erhält Eslami die Karten, die der Computer gegen Laak bekommt und umgekehrt. Dies sorgt dafür, dass ein schwächeres Blatt für einen menschlichen Spieler durch ein stärkeres des anderen Menschen ausgeglichen wird. Am Ende werden die Chips der Spieler zusammengezählt und mit denen des Computers verglichen.

Poker ist laut Forschern wesentlich schwieriger auf einem Rechner umzusetzen als beispielsweise Schach. Denn zu keinem Zeitpunkt gibt es komplette Informationen über den Stand des Spiels und die Karten des Gegners. Dies bedeutet, dass man bei einer Aktion des Gegners nicht wissen kann, warum er so handelt. Im Gegensatz dazu gibt es in jeder Situation bei Dame oder Schach eine grosse, aber begrenzte Anzahl von möglichen Zügen, von denen widerum nur ein Bruchteil Sinn macht. Durch Kalkulation dieser Menge können heutige Schachprogramme bereits 18 Züge voraus berechnen. Bei Poker jedoch gibt es stets die Ungewissheit über die Lage des Gegners und seine nächste Aktion, die nach Begriffen eines Rechners nicht einmal logisch sein muss.

Als Laak das Programm Poker Probot vor zwei Jahren in Las Vegas schlug, erkannte er, dass Probot stets die gleiche aggressive Taktik wählte und passte sein Spiel dementsprechend an. Neue Programme verwenden die "Game Theory" des Mathematikers John Nash, dessen Leben in "A beautiful mind" verfilmt wurde. Damit können sie ihre Taktik variieren und machen es so dem Gegner schwerer. Doch die Game Theory hat ihre Grenzen, denn sie ist nicht darauf ausgelegt, zu gewinnen - sondern nicht zu verlieren. Laak und Eslami sind Weltklassespieler und verstehen Poker wie nur wenige Menschen. Sie sollten in der Lage sein, auch die neuen Programme zu schlagen. Noch.


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