Metro-2033-Autor beleidigt Witcher-Autor - Sapkowski sei arrogant und rede völligen Unsinn

Der Witcher-Autor behauptet, die Spiele seien nur durch seine Bücher so erfolgreich geworden - nicht umgekehrt. Metro-Autor Dmitry Gluchovsky hält entschieden dagegen.

von Dimitry Halley,
19.04.2017 11:45 Uhr

Autor Andrzej Sapkowski sieht den Erfolg der Witcher-Spiele als Nebeneffekt des Erfolgs seiner Bücher.Autor Andrzej Sapkowski sieht den Erfolg der Witcher-Spiele als Nebeneffekt des Erfolgs seiner Bücher.

Wir zitieren jetzt eine sehr unschickliche Bemerkung, also halten Sie sich bitte die Augen zu, wenn Ihnen Kraftausdrücke Zuckungen in der Magengegend verursachen. Dmitry Gluchovsky, Autor der Romane Metro 2033 und 2034, nennt Andrzej Sapkowski, Autor der Witcher-Bücher, einen »arroganten Motherfucker, der komplett auf dem Holzweg ist«. Das geht aus einem Interview mit beiden Autoren auf Vices Spieleportal Waypoint hervor.

Die Kluft zwischen beiden Schriftstellern entsteht, weil Sapkowski (erneut) eine eher geringschätzige Haltung gegenüber CD Projekts Spielumsetzung seiner Werke zum Ausdruck bringt. Ihren Erfolg jenseits von Polen verdanken die Witcher-Spiele nämlich seinen Büchern - so Sapkowski: »Ich habe die erfolgreich gemacht. Die Übersetzungen meines ersten Buchs - auch die englische - erschienen vor dem ersten Spiel.« Die Spiele sorgten ohnehin nur dafür, dass jüngere Generationen das Original nicht mehr kennen - und am Ende denken, dass die Witcher-Bücher nach den Spielen herauskommen.

Generell äußert er sich dem Medium Spiel gegenüber recht distanziert und zweifelt dessen Storytelling-Potenzial an:

"Ein Videospiel erfüllt einen anderen Zweck als ein Buch. Es funktioniert anders. Wie viel Substanz kann man in sein Skript packen, wenn der Held durch einen Wald läuft und mit einem Eichhörnchen redet? Wo steckt darin eine literarische Qualität? Wo ist der Raum für Tiefgang oder kunstvolle Sprache, mit denen Spiele Kultur zum Ausdruck bringen könnten? Diesen Raum gibt's nicht."

Sapkowski ist für seine flapsigen und provokanten Äußerungen bekannt, allerdings zeugen solche Statements nicht unbedingt von einer ausführlichen Beschäftigung mit der Materie - und das kreidet Dmitry Gluchovsky an. Der Autor von Metro 2033 zollt der Spielumsetzung seines eigenen Romans deutlich mehr Tribut:

"Ich bin bereits Teil einer Generation, die Videospiele nicht als billige Unterhaltung abtut. Spiele können Kunst sein, je nach Entwickler. Klar, sie können auch Schrott sein. Hängt halt von den Machern ab. "

4A Games, die Entwickler von Metro 2033, hätten seine Vorlage (die er mit zarten 17 geschrieben hat) hervorragend umgesetzt und damit den ersten lyrischen, sentimentalen und philosophischen Shooter erschaffen. Im selben Atemzug konstatiert Gluchovsky auch entschieden, dass die Witcher-Bücher niemals so erfolgreich gewesen wären, wenn die Spiele Geralt nicht im Rest der Welt bekannt gemacht hätten. Naja, und dann lässt er sich eben auch zu den oben zitierten, weniger schicklichen Äußerungen gegenüber Sapkowski hinreißen.

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