Micron zeigt 3D XPoint-Memory - Beeindruckende Leistung für kommende SSDs

In Zukunft werden SSDs noch deutlich schneller arbeiten als bisher. Grund dafür ist der neue 3D XPoint-Flashspeicher, der nun von Micron in einem tatsächlichen Produkt und nicht nur als Technikdemonstration vorgeführt wurde.

von Dennis Ziesecke,
10.08.2016 14:26 Uhr

Microns 3D Xpoint-Speicher wird in SSDs mit dem Markennamen QuantX verbaut sein und erreicht extrem hohe IOPS.Microns 3D Xpoint-Speicher wird in SSDs mit dem Markennamen QuantX verbaut sein und erreicht extrem hohe IOPS.

Wenn sich die SSD-Meldungen häufen, ist meistens etwas im Busch. Dieser steht in diesem Falle im kalifornischen Santa Clara und nennt sich Flash Memory Summit, eine Industriemesse für Flash-Speicher. Dort wurden nicht nur die neuen Seagate-SSDs vorgestellt, auch Micron nutzt die Gelegenheit um eine Neuheit vorzustellen.

Die neue SSD-Baureihe QuantX basiert nicht wie gewohnt auf klassischem NAND-Flash sondern auf dem von Micron und Intel entwickelten 3D Xpoint-Speicher. Dieser soll die Vorteile von (teurem) DRAM und (vergleichsweise preiswertem) NAND-Flash kombinieren und nicht nur sehr hohe Transferraten sondern auch bisher unerreicht hohe Ein- und Ausgabeoperationen pro Sekunde (IOPS) leisten. Grund dafür sind unter anderem die sehr niedrigen Latenzen des Speichers, die gut zehnmal geringer ausfallen als bei NAND-Flash.

Das Versprechen scheint Micron halten zu können: Beim Transfer von 4K-Dateien (70% Lese- und 30% Schreibzugriffe) erreicht die PCIe-8x-SSD rund 1,8 Millionen IOPS. Zum Vergleich, klassische NAND-SSDs erreichen bislang maximal etwa 300.000 IOPS. Auch die Transfergeschwindigkeiten steigen durch den neuen Speichertyp, Intel präsentierte im April diesen Jahres eine Optane-SSD auf Basis von 3D XPoint mit 2 GB/sek.

Die QuantX-SSDs werden als PCIe-Karten und als M.2-Laufwerke auf den Markt kommen, die Kapazitäten sollen zwischen 200 GByte und 1,6 TByte liegen. Preislich werden 3D XPoint-Laufwerke teurer als herkömmliche SSDs ausfallen, der schnelle Speicher ist deutlich teurer in der Produktion. Tatsächlich schließt Micron Consumer-SSDs mit 3D Xpoint zu diesem Zeitpunkt sogar komplett aus, man sehe keinen Markt für solche Modelle. Die Hardwaregeschichte lehrt aber, dass ursprünglich für den professionellen Einsatz entwickelte Technologien über kurz oder lang auch in privat genutzten Rechnern eingesetzt wird.

Quelle: PCWorld


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