Microsoft - Universalübersetzer nutzt die Stimme des Anwenders

Forscher von Microsoft Research Asia haben ein System entwickelt, dass nicht nur gesprochene Sprache übersetzt, sondern dabei auch die Stimme des Anwenders nutzt.

von Georg Wieselsberger,
12.03.2012 14:16 Uhr

Der Microsoft-Forscher Frank Soong führte das System auf dem Microsoft-Campus in Redmond vor. Er benutzte die Software laut Technology Review dafür, Craig Mundie, den Leiter der Forschungsabteilung bei Microsoft, Mandarin-Chinesisch sprechen zu lassen.

Dabei wurde der englische Satz »Mit der Hilfe dieses Systems kann ich nun Mandarin sprechen« übersetzt und in Mandarin ausgegeben, wobei die Stimme immer noch erkennbar der von Craig Mundie entsprach. Damit dies funktioniert, ist allerdings rund eine Stunde Training mit der Software notwendig, die so ein Modell der Stimme entwickelt, das mit Standard-Modellen für verschiedene Sprachen verglichen und entsprechend angepasst wird.

Das Resultat sind Übersetzungen mit der Stimme des Anwenders in Sprachen, die dieser nicht beherrscht, aber immer noch in dessen typischen Tonfall. Im Gegensatz zu herkömmlichen Wort-für-Wort-Übersetzungen bleibt so auch mehr vom Ausdruck des Sprechers erhalten.

Die Forscher können sich den Einsatz des Systems für Reisende vorstellen, die nur eine Sprache beherrschen, aber auch für das Erlernen einer neuen Sprache könne eine Ausgabe in der eigenen Stimme für die Lernenden von Vorteil sein. Soong führte auch vor, wie das System vorhandene Navigationssysteme ergänzen kann, indem es beispielsweise chinesische Straßenschilder übersetzt. Bisher beherrscht das System 26 Sprachen, zwischen denen übersetzt werden kann.


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