Microsoft - Gibt Windows-Fehler vor einem Patch anscheinend an NSA weiter

Was der Aktivist Richard Stallman in einem Interview behauptet, ist starker Tobak: Microsoft soll umgepatchte Sicherheitslücken in Windows noch vor einem Patch an den Geheimdienst NSA weitergeben - und Microsoft bestätigt das.

von Georg Wieselsberger,
29.06.2013 09:13 Uhr

Windows-Sicherheitslücken werden anscheinend erst an Geheimdienste verraten und dann behoben.Windows-Sicherheitslücken werden anscheinend erst an Geheimdienste verraten und dann behoben.

Wie Techrights schreibt, wurde laut Stallman schon vor einem Jahr bewiesen, dass es ein »universelles Hintertürchen« in Microsoft Windows gibt und das sei auch in fast allen Mobiltelefonen der Fall. So eine Backdoor könne für nahezu alles verwendet werden, also auch zum Ändern vorhandener oder dem Installieren neuer Software. Bei Windows soll Microsoft außerdem dem US-Geheimdienst NSA neue Sicherheitslücken verraten.

»Ich glaube nicht, dass die US-Regierung ein Betriebssystem aus China einsetzen sollte, aus dem selben Grund, warum die meisten Regierungen keine Betriebssysteme aus den Vereinigten Staaten verwenden sollten. Und das wurde eben erst belegt, da nun bekannt ist, dass Microsoft der NSA Informationen über Fehler gibt, bevor diese behoben werden«, so Stallman. Man müsse schon verrückt sein, in einem anderen Land Windows zu verwenden, aber andererseits sei durch die Backdoor in Windows das Verraten von Sicherheitslücken an Geheimdienste kaum noch nötig. Die NSA könnte auch so schon jeden Rechner mit Windows angreifen.

Was sich bis hier vielleicht noch als »Verschwörungstheorie« abtun ließe, wird durch andere Quellen bestätigt. Auch der Wirtschaftsdienst Bloomberg beruft sich auf zwei Quellen, die die Weitergabe von Windows-Fehler an Geheimdienste vor einem Patch bestätigen. Das diene »dem Schutz von Regierungsrechnern und dem Zugriff auf Computern von Terroristen oder militärischen Feinden.« Laut dem Artikel wurde dies von einem Microsoft-Sprecher bestätigt. Es gäbe sogar »mehrere Programme« für die Weitergabe solcher Informationen an die Regierung.

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