Microsoft Research - Analyse-Software sagt Zukunft voraus

Forscher bei Microsoft Research haben eine Software entwickelt, die aufgrund von alten Informationen die Zukunft voraussagen kann.

von Georg Wieselsberger,
05.02.2013 12:17 Uhr

Noch handelt es sich um einen Prototyp der Software, die allerdings laut Technology Review schon ihre erste erfolgreichen Vorhersagen gemacht hat – allerdings nur für die Vergangenheit. Als Datenquellen dienen DBpedia, in etwa eine strukturierte Datenbank der Informationen auf Wikipedia. WordNet, das der Software hilft, die Bedeutung von Wörtern zu verstehen und die Allgemeinwissen-Datenbank OpenCyc. Zusammen mit einem Archiv aus 22 Jahren an Artikeln und Meldungen der New York Times erhalten die Daten dann einen Kontext, der aus den einzelnen Meldungen nicht unbedingt ersichtlich ist. Die Software versucht daraus, Regeln und Muster zu erkennen, die sich wiederholen.

Daten bis zum Jahr 2006 sorgten beispielsweise dafür, dass das System vor einem damals bevorstehenden Cholera-Ausbruch in Angola warnte, nachdem die Daten für eine Dürreperiode eingegeben worden waren. Eine zweite Warnung erfolgte für 2007, nachdem dem System die Daten über starke Stürme in Afrika bekannt waren. In der Realität gab es tatsächlich Meldungen über Cholera rund eine Woche später. In ähnlichen Tests sind die Warnungen des System zu 70 bis 90 Prozent korrekt.

Damit sei die Leistung nun gut genug, dass eine verbesserte Version auch in aktuell realen Fällen eingesetzt werden könnte, beispielsweise um Regierungen und Hilfsorganisationen auf wahrscheinlich notwendige humanitäre Einsatze hinzuweisen. Das System soll noch mit weiteren Datenquellen von anderen Zeitungen und mit digitalisierten Büchern ausgebaut werden. Dabei sind auch ältere Daten wichtig, um Muster besser erkennen zu können.


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