Mojang-Verkauf an Microsoft - Rust-Entwickler hätte dasselbe getan

Der Verkauf des Indie-Studios Mojang für 2,5 Milliarden US-Dollar an Microsoft hat in der Branche hohe Wellen geschlagen. Zuspruch erhält der Mojang-Mitgründer Markus Persson nun von seinem Kollegen Garry Newman.

von Tobias Ritter,
17.09.2014 12:45 Uhr

Garry Newman, der Entwickler des Indie-Survival-Titels Rust, hätte im Hinblick auf die Mojang-Übernahme durch Microsoft anstelle von Markus Persson genauso entschieden.Garry Newman, der Entwickler des Indie-Survival-Titels Rust, hätte im Hinblick auf die Mojang-Übernahme durch Microsoft anstelle von Markus Persson genauso entschieden.

Schlappe 2,5 Milliarden US-Dollar hat sich Microsoft gerade erst die für Ende 2014 angepeilte Übernahme des schwedischen Indie-Entwicklerstudios Mojang und dessen wohl bekanntester Marke Minecraft kosten lassen. Auf Markus Persson, dem Erfinder des erfolgreichen Bauklötzchen-Sandbox-Spiels und Mitgründer des nun verkauften Studios, prasselte anschließend reichlich Kritik ein. Von Verrat an der Indie-Szene und der Minecraft-Community sowie Hinterhältigkeiten und Lügen war da insbesondere im Hinblick auf die vorherige Ablehnung des Oculus-VR-Facebook-Deals durch Persson die Rede.

Unterstützung und Zuspruch erhält der Indie-Game-Designer, der sich selbst allerdings nicht als solcher sehen möchte, nun von einem Kollegen: In einem offiziellen Blog-Eintrag auf garry.tv äußert Garry Newman, der kreative Leiter hinter Spielen wie Garry's Mod und Rust, nun Verständnis für das Handeln Perssons und ließ gleichzeitig wissen, dass er in dieser Situation genauso gehandelt hätte.

Viele Leute würden die Tragweite dieser Entscheidung zudem gar nicht richtig verstehen, so Newman weiter. Im Internet seien lediglich Dinge wie »ein Verräter zu sein« und die Höhe des Kaufpreises wichtig. Tatsächlich aber müsste man stets auch die Angestellten, die eigene Zufriedenheit und die Kunden berücksichtigen.

»Sobald man damit anfängt, Leute einzustellen, verändert sich die gesamte eigene Haltung. Man spielt dann nicht mehr nur mit dem eigenen Leben sondern auch mit dem anderer Leute - und den Leben von deren Familien. Man kann nicht einfach alles verkaufen und sich dann einen feuchten Kehricht um alle anderen scheren.«

Anstatt nun Persson zu kritisieren sollten sich die Kritiker lieber Firmen wie Blitz zuwenden - die würden einfach implodieren, ihren 175 Angestellten ihr Gehalt verweigern und ein neues Unternehmen unter einem anderen Namen gründen.

»Lange Rede, kurzer Sinn: Ich hätte dasselbe getan. Das Geld reicht aus, um sich um die komplette Belegschaft zu kümmern. Das Spiel ist in relativ sicheren Händen. Mojangs Erbschaft ist die einer riesigen Erfolgsgeschichte und nicht die eines One-Hit-Wonders. Jeder gewinnt. Kann ernsthaft jemand von sich behaupten, dass er es anders gemacht hätte?«

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