Mozilla Firefox - Bald nur noch digital signierte Erweiterungen erlaubt

Mozilla will in einigen Wochen nur noch digital signierte Erweiterungen für Firefox erlauben und stößt dabei auf viel Widerstand.

von Georg Wieselsberger,
18.02.2015 14:49 Uhr

Firefox soll bald nur noch digital signierte Erweiterungen akzeptieren.Firefox soll bald nur noch digital signierte Erweiterungen akzeptieren.

Jorge Villalobos, der bei Mozilla für die Kontakte zu den Programmierern von Erweiterungen für Firefox zuständig ist, hat vor einigen Tagen in einem Blogbeitrag eine wichtige Änderung angekündigt. Erweiterungen für den Browser sollen in naher Zukunft nur noch dann installiert werden können, wenn diese von Mozilla digital signiert wurden. Als Grund für diesen Schritt nennt Villalobos, dass man zwar Richtlinien für Erweiterungen herausgegeben habe, sich aber viele Programmierer nicht daran halten. Daher gäbe es Erweiterungen, die beispielsweise Werbung in Webseiten einfügen oder sogar schädliche Skripts in soziale Medien integrieren. Eine Sperre seitens Mozilla helfe aber nicht bei Erweiterungen, die nicht über die Add-on-Webseite, sondern aus anderen Quellen installiert wurden. Das und immer raffiniertere Methoden würden es schwerer machen, schädliche Erweiterungen auszusperren.

Aus diesem Grund soll Firefox demnächst nur noch Erweiterungen akzeptieren, die von Mozilla digital signiert wurden. Erweiterungen, die über die Add-on-Webseite eingereicht werden, sollen diese Signatur automatisch erhalten. Andere Erweiterungen müssen über ein Entwicklerkonto eingereicht werden und werden dann ebenfalls geprüft, zunächst automatisch und auf Wunsch bei einem Scheitern dieses Tests auch noch durch ein Review-Team. In den nächsten 12 Wochen soll Firefox nur vor unsignierten Erweiterungen warnen, danach ist die Nutzung nicht mehr möglich. Eine Möglichkeit, dies zu ändern, soll es weder bei finalen Firefox-Versionen noch bei Beta-Versionen geben. Lediglich Entwicklerversionen können noch für Tests unsignierter Erweiterungen genutzt werden.

Die Reaktionen auf diese Entscheidung von Mozilla sind weitgehend negativ. Mozilla schränke die Freiheit von Entwicklern und Nutzern ein, jede kleine Änderung müsse neu signiert werden und auch Erweiterungen, die beispielsweise nur für ein Unternehmen für die interne Nutzung geschrieben wurden, müssten nun auf die Erlaubnis von Mozilla hoffen. Außerdem gäbe es dann gar keine Möglichkeit mehr, Erweiterungen vor Veröffentlichung mit einer finalen Firefox-Version zu testen. Auch die Tatsache, dass selbst erfahrene Anwender diesen Signaturzwang nicht deaktivieren können, wird harsch kritisiert.


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