MS-DOS und 3,5-Zoll-Disketten - In Norwegen noch immer im Einsatz

Obwohl Disketten kaum noch hergestellt werden, verwenden viele Ärzte in Norwegen noch immer Systeme mit Floppy-Laufwerk und MS-DOS.

von Georg Wieselsberger,
29.09.2015 12:51 Uhr

Für jüngere unter den Lesern: Das ist eine Diskette (Bildquelle: Wikipedia/Gemeinfrei)Für jüngere unter den Lesern: Das ist eine Diskette (Bildquelle: Wikipedia/Gemeinfrei)

In Norwegen erhalten Ärzte jeden Monat per Post eine 3,5-Zoll-Diskette von der Gesundheitsbehörde. Darauf befinden sich hauptsächlich die Namen der Patienten, die der jeweilige Arzt als Hausarzt betreut. Da die Einwohner Norwegens die Pflicht haben, einen Hausarzt anzugeben, wird die entsprechende Datenbank zentral verwaltet und die Ärzte jeden Monat über den aktuellen Stand informiert. Diese Informationen können zwar schon seit rund einem Jahrzehnt auch elektronisch verschickt werden, doch viele Ärzte verwenden noch immer Rechner mit auf MS-DOS basierender Software, sind damit zufrieden und wollen nicht wechseln.

Damit funktioniert das neue System allerdings nicht. Daher werden die Daten weiterhin auf 3,5-Zoll-Disketten verschickt, da diese Methode immer noch günstiger ist als beispielsweise USB-Sticks und das Schreiben der wenigen Daten so schneller möglich ist als beim Brennen auf eine CD. Laut dem Blogbeitrag sind Disketten damit auch im Jahr 2015 noch immer »die logische Wahl«. Das Unternehmen, das für den Versand der Disketten einige Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigen muss, kauft daher inzwischen schon die Vorräte von Händlern auf, da die Massenproduktion von Disketten seit dem Jahr 2010 fast eingestellt wurde. Aus den inzwischen angefallenen leeren Plastikboxen wurde sogar ein »Kunstwerk« mit dem Titel »Widerstand gegen Veränderung«.

Doch auch in Norwegen wird die Zeit der Floppy-Laufwerke bald zu Ende gehen, denn die Regierung des Landes plant für Anfang 2016 die Einstellung des Versandes von Disketten. Stattdessen sollen es nur noch die elektronische Methode oder aber einen Ausdruck auf Papier geben. Damit wären alle Ärzte, die bislang noch auf Disketten setzen, zu einem Umstieg auf moderne Systeme oder zur umständlichen Eingabe der Daten von Hand gezwungen.

Quelle: gundersen.net


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