Mythencheck: Super Mario Bros. 3 - Ist der Jump&Run-Klassiker nur ein Theaterstück?

Manchmal sind die Dinge ganz anders, als sie zunächst scheinen. Das gilt für das reale Leben ebenso wie für Videospiele. Denn angeblich ist Super Mario Bros. 3 kein echtes Heldenabenteuer, sondern lediglich ein spielbares Theaterstück. Wir prüfen den Mythos!

von Michael Förtsch,
04.02.2017 08:00 Uhr

Es gibt sie, diese großen Ereignisse der Zeitgeschichte, die sich in den Köpfen der Menschheit festfressen. Das sind Verkettungen von Momenten, die alles ändern und den Lauf der Historie in neue Bahnen lenken. Gemeint sind damit Geschehnisse wie der Fall des Römischen Reiches, der Angriff auf Pearl Harbor oder die Mondlandung.

Aber natürlich gehören auch der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 und das sogenannte Wunder von Bern dazu, der Sieg Deutschlands bei der Fußball-Weltmeisterschaft von 1954. Wie positiv oder negativ all diese Ereignisse auch besetzt sein mögen, eines haben sie alle gemein: Sie wurden in Form von Filmen, Büchern, TV-Serien oder auch Theaterstücken aufbereitet und damit für alle zugänglich gemacht, die nicht dabei waren.

Eben das soll angeblich auch mit der großen Heldentat eines Videospielcharakters passiert sein, den wir alle kennen. Allerdings so, dass es zunächst kaum einer bemerkte. Gemeint ist nämlich kein Geringerer als Nintendos legendärer Klempner Mario.

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Erfolg des Klempners

Das 1991 in Europa für das Nintendo Entertainment System veröffentlichte Super Mario Bros. 3 gilt als eines der besten Mario-Spiel.Das 1991 in Europa für das Nintendo Entertainment System veröffentlichte Super Mario Bros. 3 gilt als eines der besten Mario-Spiel.

Es ist schon unglaublich, aber in über 200 Videospielen taucht der stets in blau-rot gekleidete Mario mittlerweile auf. Das Faszinierende dabei: So zeitlos und unverwechselbar Mario als Figur auch ist, so wandelbar sind die Spiele um ihn herum.

Musste er in Donkey Kong noch über Leitern klettern und Fässern ausweichen, um seine Freundin Pauline zu retten, machten er und sein Bruder Luigi sich in Mario Bros. daran, die New Yorker Kanalisation zu erkunden. In Mario Kart wird der Klempner dann zum Rennfahrer, und in Mario Paint zum Möchtegern-Picasso. Aber der Mario, den wirklich jeder kennt, ist der rennende und hüpfende Prinzessinnenretter, zu dem er durch die Super-Mario-Bros.-Reihe wurde.

Aber auch deren Iterationen sind stets unterschiedlich. Vor allem, was den grafischen Stil angeht. Mal kommen sie klassisch in 2D daher, dann in 3D wie bei Super Mario 64. Sie versuchen sich an »Realismus«, sind dann wieder abstrakt, verspielt oder total nüchtern. Dennoch fiel ein Super-Mario-Spiel aus der Reihe und brachte Fans zum Grübeln, da es irgendwie nicht in das Bild der Saga passen wollte.