NCsoft - Tabula Rasa: »Wir wollen vergessen«

Aion ist der neue Superstar bei NCsoft. Die Erinnerung an Tabula Rasa sollte deswegen möglichst schnell schwinden.

von Christian Merkel,
13.08.2009 10:14 Uhr

Im Anschluss an die Bekanntgabe aktueller Finanzzahlen gab NCsofts Chef Jaeho Lee auch eine Telefon-Pressekonferenz. Dabei erzürnten ihn nicht Nachfragen nach unklaren Geldströmen, sondern die Erwähnung des Spiels Tabula Rasa: »Es ist sehr unglücklich, den Namen Tabula Rasa in dieser Telefonkonferenz zu hören. Wir wollen alle die Erinnerung an diese Leistung zu tilgen.« Er nennt auch einen Grund für dieses Unbehagen: »Wir haben bei Tabula Rasa keine tolle Arbeit abgeliefert und haben den Handel sowohl in Europa als auch in den USA enttäuscht. Deswegen sind die Händler vielleicht nicht so erpicht darauf, Bestellungen für Aion vorzunehmen.« Tabula Rasa kostete wegen seiner langen Entwicklungszeit Unsummen und lief nur etwas über ein Jahr lang. Der Erfinder Richard Garriott hat zudem nach seinem Abgang NCsoft auf 24 Millionen US-Dollar verklagt.

Tabula RasaTabula Rasa

Dauerhaft hat Tabula Rasa NCsoft allerdings nicht geschadet. Dem Hersteller geht es ganz gut: Im abgelaufenen Geschäftsquartal erwirtschaftete der Hersteller einen Gewinn von 33,75 Milliarden koreanischer Won (19 Millionen Euro). Dies ist eine immense Steigerung gegenüber dem vergleichbaren Vorquartal, in dem die Gewinne nur bei 6,12 Milliarden koreanische Won lagen (3,4 Millionen Euro). Im selben Zeitraum haben sich die Umsätze um 70 Prozent gesteigert. Einfache Erklärung: In Südkorea läuft das Online-Rollenspiel Aion bereits sehr erfolgreich.


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