NecroVisioN - Durchgespielt: spritzig-simpler Unterwelt-Shooter

Im ebenso flotten wie altmodischen Ego-Shooter jagen Sie Weltkriegs-Zombies und steigen danach sogar in die Unterwelt hinab.

von Michael Graf,
20.03.2009 15:25 Uhr

Im Ausland ist NecroVisioN bereits seit Anfang März erhältlich, wir haben die englische Version des russischen Shooters durchgespielt. Anfangs kämpfen wir als amerikanischer Freiwilliger im Ersten Weltkrieg gegen deutsche Soldaten und -- Soldaten-Zombies! Denn in NecroVisioN sind dunkle Mächte am Werk, im Spielverlauf steigt unser Held sogar in die Unterwelt hinab, um ... nein, das verraten wir nicht.

Die Handlung entwickelt freilich wenig Tiefgang, wird aber in netten Dialogen und Skriptszenen erzählt. Zwischen den Einsätzen gibt's hingegen nur ebenso verpixelte wie wirre Standbild-Sequenzen, die mit dem eigentlichen Spielgeschehen wenig bis nichts zu tun haben -- schade.

In Punkto Action gibt sich NecroVisioN keine Blöße, zumal der Schwierigkeitsgrad bereits auf der mittleren von drei Stufen heftig anzieht -- kein Shooter für Einsteiger. Neben kniffligen Schießerein bestreiten wir auch Nahkämpfe, in denen wir wild um uns schlagen, treten und stechen. Der Ausdruck "wild" ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen, besonders im letzten Spieldrittel hämmern wir nur noch auf die Tasten, um uns durch die Gegnerhorden zu metzeln.

Spielerisch anspruchsvoll ist das selten, NecroVisioN ähnelt eher einem Serious Sam für Prügelfreunde. Dafür entfalten die Schlägereien einen ordentlichen Unterhaltungswert, zumal wir Attacken zu (supersimplen) Kombos verketten und so noch übler zuhauen können. Gegen Spielende lernt der Held noch dazu Magieattacken à la »Gegner einfrieren«, die jedoch -- mit Ausnahme einer Feuerbomben-Attacke -- recht überflüssig sind.

Zudem lässt die Gegnervielfalt zu wünschen übrig, es gibt ein paar Soldaten, ein paar Zombie- und ein paar Monstertypen -- das war's. Dafür treffen wir immer mal wieder auf harte Bossgegner, darunter ein Phantom, das uns mit Blitzen traktiert und Zombies beschwört. Die Missionen verlaufen zwar meist nach dem Simpelmuster »Laufe zum Ausgang und erledige alle Gegner«, es gibt aber Ausnahmen.

Ein paarmal stampfen wir im Mech durchs Feindesland, einmal lenken wir sogar einen feuerspeienden Drachen -- wenn auch in einer langatmigen und schnell eintönigen Flugmission. Nett: In optionalen "Challenge"-Einsätzen erspielen wir uns zusätzliche Waffen . Wenn wir zum Beispiel in fünf Minuten 200 Zombies schnetzeln, dürfen wir fortan den (überflüssigen) Zauber »Todesstrahl« einsetzen.

Von den originellen Missionen abgesehen erinnert das geradlinig- altmodische NecroVisioN angenehm an Shooter aus den Jahren 1996 und 1997 -- auch im Multiplayer-Modus für bis zu 16 Spieler. In Deutschland soll NecroVisioN in Kürze erscheinen, noch sucht der Publisher 505 Games nach einem Vertriebspartner. Wir gehen allerdings davon aus, dass die hiesige Version von NecroVisioN gekürzt sein wird, denn der Gewaltgrad des Shooters ist ausgesprochen hoch: Insbesondere im Nahkampf verlieren die Gegner gerne mal Körperteile oder zerplatzen komplett zu Fetzen. Ob die eventuellen Kürzungen der Atmosphäre schaden, lesen Sie voraussichtlich nächste Woche im Test auf GameStar.de.

NecrovisioN - Screenshots ansehen


Kommentare(9)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.