Jetzt mit Plus alles auf einer Seite lesen

Jahres-AboUNSER TIPP

12 Monate

 Bester Preis
 Heftarchiv jederzeit buchbar
2,99€

pro Monat

Auf geht's
Quartals-Abo
3,99€

pro Monat

3 Monate

 20% günstiger als Flexi-Abo
 Heftarchiv jederzeit buchbar
3,99€

pro Monat

Auf geht's
Flexi-Abo
4,99€

pro Monat

1 Monat

 Monatlich kündbar
 Heftarchiv jederzeit buchbar
4,99€

pro Monat

Auf geht's

Nether - Überleben ist Nebensache

Nether sieht auf den ersten Blick wie ein DayZ-Klon mit Großstadt-Setting aus. Wir haben die Early-Access-Version auf Steam gespielt und verraten, warum das Endzeit-Spiel weder als Open-World-Survival noch als Online-Shooter bislang überzeugen kann.

von Tobias Ritter,
04.02.2014 14:40 Uhr

Nether - Gameplay-Trailer zum Survival-Shooter 2:37 Nether - Gameplay-Trailer zum Survival-Shooter

Kontroverse Diskussionen - eine von gleich mehreren Gemeinsamkeiten, die das Open-World-Survival-Spiel Nether mit dem einstigen The WarZ (inszwischen Infestation: Survivor Stories) teilt. Die oberflächlichen Ähnlichkeiten reichen von der Charakter-Erstellung über die Verwendung eines globalen Inventars, der Gegenstandsaufnahem bis hin zu Spieler-Modellen, die sich nur marginal von denen aus dem Ex-WarZ unterscheiden.

Nach dem anfänglich geweckten Misstrauen förderte die Community-Recherche dann schnell weitere Anhaltspunkte für eine Verbindung zwischen den beiden Spielen und ihren Teams ans Licht. Etwa die Sache mit den Markenrechten und den Anteilseignern. Erstere wurden nämlich sowohl im Falle von Infestation: Survivor Stories als auch bei Nether von einem gewissen Steven Bercu registriert und unter den Anteilseignern des Nether-Publishers Nether Productions LLC tummeln sich offenbar Investoren, die auch beim Infestation-Publisher OP Productions LLC ihre Finger mit im Spiel hatten.

Phosphor Games hingegen versucht nun schon seit einiger Zeit, sich vom Infestation-Entwickler Hammerpoint Interactive abzugrenzen - etwa durch ein YouTube-Video, in dem sich die einzelnen Mitglieder des Entwicklerteams vorstellen. Zudem betont man, keineswegs ein Start-Up-Unternehmen zu sein, sondern bereits vor Nether an verschiedenen Mobile-Titeln gearbeitet und sich an der (fehlgeschlagenen) Schwarm-Finanzierung eines Spiels mit dem Titel Project Awakened versucht zu haben.

Was ist Early Access?
Steam bietet seit 2013 auch Spiele im Rahmen eines Early-Access-Programms an. Damit werden Spiele bereits in der Alpha- oder Beta-Phase, also noch unfertige und in der Entwicklung befindliche Spiele, zum Kauf angeboten. In der Regel fällt der Preis während der Early-Access-Phase geringer aus, als die fertige Fassung später kosten wird. Zusatzkosten für Updates und die Vollversion entstehen nicht. Doch sollte man sich vor dem Kauf im Klaren darüber sein, dass man hier ein unfertiges Spiel erhält, das später auch nicht alles beinhalten muss, was die Entwickler vorher versprochen haben.

Außerdem, so heißt es weiter, sei es in der Branche gängige Praxis die Markenrechte an einem Produkt durch einen Patentanwalt registrieren zu lassen, der möglicherweise auch noch andere Kunden aus der Gaming-Industrie vertrete. Die Tatsache, dass einige Hammerpoint-Investoren mittlerweile keine solchen mehr seien, würde doch zudem zeigen, dass sie aus ihren Fehlern gelernt hätten und nun auf Entwickler setzten, die wüssten, was sie machen.

Sollte das Entwicklerteam tatsächlich in keinerlei Verbindung zu Hammerpoint oder OP Productions LLC stehen (und danach sieht es stark aus), sondern sich nur durch einige Infestation-Features inspirieren haben lassen - gut tut das dem Survival-Aspekt von Nether noch lange nicht.

Dämonen statt Zombies

Ausweglose Lage: Gleich mehrere Nether-Unterarten haben uns hier in die Enge getrieben - und unsere Munition ist alle.Ausweglose Lage: Gleich mehrere Nether-Unterarten haben uns hier in die Enge getrieben - und unsere Munition ist alle.

Zombies im klassischen Sinne sucht man in Nether zunächst einmal vergeblich. An ihre Stelle treten die namensgebenden Nether, entstellte Mutanten, die vor einem Jahrzehnt aus einer weltweiten Katastrophe hervorgingen und seitdem die endzeitliche Spielwelt unsicher machen. Insgesamt gibt es derzeit mehr als vier verschiedene Gegnerarten - getroffen sind wir auf unseren Streifzügen durch die urbane Spielwelt aber bislang hauptsächlich auf drei: Den sogenannten Shrieker, der Säure spuckt und mit seinen Schreien weitere Mutanten anlockt, den eher ungefährlichen aber in größerer Anzahl auftretenden Meatsack und den mit messerscharfen Klauen gesegneten Hunter, der sich wie die anderen auch einige Meter weit teleportieren kann.

Vor allem Letztgenannter ist ein penetranter Gegner. Er ist ohne ausreichende Bewaffnung nur schwierig zu besiegen, lässt sich kaum abhängen und taucht zudem oft im Rudel auf - für Lacher sorgt da lediglich die angesprochene Teleport-Fähigkeit. Etwa, wenn man auf einem Hausdach steht und sich die Viecher immer wieder selbst in den Abgrund teleportieren.

Keine Alternative für Survival-Fans?

Weniger zu lachen gibt es in Nether für eingefleischte Survival-Fans: Geriert sich das Spiel auf den ersten Blick noch als passable Genre-Alternative im Alpha-Stadium, so lassen die Survival-Aspekte im eigentlichen Spielverlauf doch schnell zu wünschen übrig. Essen, Trinken und Medizin finden sich an fast jeder Hausecke und auch Waffen und Munition sind alles andere als Mangelware - eine der ersten Anlaufstellen sind hier äußerst grässlich animierte Helikopter-Absturzstellen, die wir anhand ihrer statischen Rauchsäulen ausfindig machen.

Hinzu kommen einige unsägliche atmosphärische Störungen - die Loot-Gegenstände etwa liegen nur selten glaubwürdig verteilt in der lieblos eingerichteten Spielwelt herum, sondern schweben zumeist in Stile klassischer Shooter-Kost in der Luft herum.

Nether - Screenshots ansehen

Und auch die Spielwelt selbst trägt nur wenig zur Glaubwürdigkeit des Settings bei. Zwar hat das Weltendesign vereinzelt seine atmosphärischen Momente. Etwa wenn wir eine von allerlei Grünzeug überwucherte Straße entlanglaufen, vorbei an zahllosen havarierten Fahrzeugen (The Last of Us und I Am Legend lassen grüßen).

Doch nach nur wenigen Spielminuten fallen immer häufiger ständig wiederkehrende Elemente wie sinnlos in der Gegend drapierte Krankenwagen mit (nach zehn Jahren immer noch) blinkenden Blaulichtern auf. Die Kritik an der Spielwelt setzt sich dann nahtlos bei lieblos gestalteten Innenräumen, völlig unsinnigen Treppenaufgängen und Rampen sowie extrem unglaubwürdigen »Wohnungen«, »Geschäften« und so weiter fort. Nur selten kommt das Gefühl auf, dass das hier tatsächlich einmal ein belebter Wohnblock gewesen sein soll - und nicht nur ein aufgesetzter, einfallsloser Online-Spielplatz.

1 von 3

nächste Seite



Kommentare(46)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.