Nvidia - Wird zu Intels Verhalten befragt

Die Federal Trade Commission (FTC) prüft in den USA gerade, ob eine Untersuchung gegen Intel einleiten soll, unabhängig davon, dass AMD seine Vorwürfe fallen ließ.

von Georg Wieselsberger,
06.12.2009 14:27 Uhr

AMD hatte für das Zurückziehen der Beschwerden immerhin 1,25 Milliarden US-Dollar und alle gewünschten Lizenzen von Intel eingebracht, auch wenn Intel darauf besteht, nie etwas getan zu haben, was rechtlich bedenklich gewesen sei. Doch laut Thomas McCoy, bei AMD für rechtliche Angelegenheiten zuständig, geht die Untersuchung über das hinaus, was man habe fallen lassen. Die FTC verlange von AMD weiterhin Informationen, meldet Bloomberg.

Doch AMD ist nicht die einzige Firma, die derartige Vorwürfe gegen Intel vorbringt. Nvidia hat ähnliche Beschwerden ebenfalls seit Jahren publik gemacht. So würde Intel den Verkauf von Chipsätzen mit integriertem Grafikkern dadurch ankurbeln, dass die passenden Prozessoren mit Chipsatz deutlich weniger kosten als ohne. Dies sei vor allem bei Laptops der Fall. Auch bei dem Netbook-Prozessor Atom gehe Intel so vor, hatte Nvidia erst Mitte November erklärt. Intel selbst hatte im Februar vor der Nutzung des ION-Chipsatzes von Nvidia gewarnt, der in Sachen Grafik wesentlich leistungsfähiger als der von Intel im Bundle mit dem Atom verkaufte, uralte 945-Chipsatz ist. Der ION sei unnötig und verbrauche nur mehr Strom, so Intel.

Nvidia dürfte daher der FTC nicht gerade freundliche Dinge über Intel erzählen, denn Intel hat Nvidia im Februar zusätzlich wegen Lizenzverstößen verklagt und Nvidia hatte daraufhin im März Gegenklage erhoben, da Intel das Lizenzabkommen gebrochen habe. Intel will Nvidia nicht das Recht einräumen, für neuesten Intel-Prozessoren Chipsätze herzustellen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt nun auch übrigens auch AMD, die in absehbarer Zukunft 100% aller Chipsätze für eigene Prozessoren anbieten wollen. Sollte Intel damit scheitern, sei es vor der FTC oder vor Gericht, dürfte man das wohl noch einmal überdenken.

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