Nvidia Geforce GTX 900M - Nvidia entfernt Übertaktungsfunktion, verärgerte Nutzer sorgen für Umdenken

Nvidia hat mit einem neuen Treiber die Übertaktungsfunktion für Laptops mit einer Geforce GTX 900M entfernt.

von Georg Wieselsberger,
20.02.2015 10:41 Uhr

Nvidia hat die Übertaktungsfunktionen aus seinen Treibern für Notebooks entfernt - und wird sie in den nächsten Treiber wieder einbauen.Nvidia hat die Übertaktungsfunktionen aus seinen Treibern für Notebooks entfernt - und wird sie in den nächsten Treiber wieder einbauen.

Update: Die anhaltenden Beschwerden von Notebook-Besitzern haben nun doch zu einem Umdenken bei Nvidia geführt. Im offiziellen Geforce-Forum hat ein Mitarbeiter des Nvidia-Support erklärt, dass die nächste Treiber-Version im März das Übertakten von Notebooks wieder ermöglichen wird. Bis dahin empfiehlt Nvidia den Treiber in Version 344.75, in dem die Overclocking-Funktionen noch enthalten waren.

Als Erklärung für die Maßnahme von Nvidia führt der Mitarbeiter an, dass man geradezu »besessen« davon sei, Systeme zu optimieren und eine perfekt stabile Balance aus Leistung, Abwärme, Energieverbrauch und Geräuschentwicklung suche. Einigen Nutzern mache es aber wohl Spaß, die Systeme noch weiter auszureizen. Deswegen kehren die Übertaktungsfunktionen nun wieder zurück.

Update: Nvidia hat sich seit dem Beitrag im Geforce-Forum nicht mehr weiter geäußert und reagiert auf die Proteste der Nutzer nicht mehr. Problematisch dürfte aber sein, dass beispielsweise ein Hersteller wie Asus seine »Republic of Gamer«-Notebooks mit Geforce-Grafikkarten aus der 900M-Serie noch immer damit bewirbt, dass der Grafikchip mit der »Asus Turbomaster«-Software übertaktet werden kann. Insofern scheint der Schritt von Nvidia zumindest nicht mit allen Notebook-Herstellern abgesprochen worden zu sein.

Heise meldet außerdem das interessante Detail, dass Nvidia zeitgleich mit dem Entfernen der Overclocking-Unterstützung bei Notebooks einen Guide für das Übertakten von Desktop-Rechnern veröffentlicht hat. Inzwischen gibt es auch eine Online-Petition, die Nvidia dazu bewegen soll, das Übertakten von Notebook-Grafikkarten wieder freizuschalten. Da dort aktuell aber nicht einmal 500 Personen unterschrieben haben, stellt sich die Frage, wie viele Nvidia-Kunden ihren Laptop tatsächlich unbedingt übertakten wollen.

Originalmeldung: Auch wenn Notebooks nicht so aufwändig gekühlt werden können wie ein Desktop-Rechner, gibt es bei vielen Modellen noch etwas Spielraum, um die Taktrate von Prozessor oder Grafikkarte etwas zu erhöhen. Manche Hersteller bewerben ihre Notebooks sogar damit, dass die Kühlung auch für höhere Taktraten ausgelegt ist. Die Geforce-Grafikkartentreiber für die GTX-900M-Serie von Nvidia erlaubten es bis vor einigen Wochen, die Grafikkarte zu übertakten. Da die Maxwell-Grafikchips besonders energieeffizient arbeiten, waren sie gerade bei den Übertaktern unter den Notebooknutzern besonders beliebt.

Doch seit der Treiber-Version 347.09 hat Nvidia die für höhere Taktraten notwendigen Funktionen entfernt, so dass bislang problemlos übertaktete Grafikchips nun wieder mit dem Standardtakt arbeiten. Auch Tools von Drittanbietern funktionieren nicht mehr. Nach mehreren Beschwerden im offiziellen Geforce-Forum und der Forderung einer Stellungnahme meldete sich ein Kundendienst-Mitarbeiter von Nvidia und versprach, der Angelegenheit auf den Grund zu gehen. In der Zwischenzeit erschien eine weitere Treiberversion - ebenfalls ohne Overclocking. Der Nvidia-Mitarbeiter »ManuelG« hatte dann kurz darauf in seinem nächsten Beitrag schlechte Nachrichten.

»Unglücklicherweise wurden Geforce-Notebooks nicht so entworfen, dass sie Overclocking unterstützen. Overclocking ist alles andere als an triviales Feature und hängt von einem durchdachten thermischen und elektrischen Design und anderen Überlegungen ab. Durch das Übertakten eines Notebooks riskiert der Nutzer ernsthaften Schaden an dem System, der zur Nicht-Funktion, einer kürzeren Lebensdauer oder vielen anderen Effekten führen kann. Es gab einen Fehler in unseren Treibern, der bei einigen Systemen das Übertakten erlaubte. Das wurde in einem aktuellen Update behoben. Unsere Absicht war es nicht, Features von Geforce-Notebooks zu entfernen, sondern Systeme vor dem Betriebs außerhalb der Design-Limits zu schützen«.

Bei dieser Aussage, die zu vielen Seiten an teils harschen Protesten im Forum geführt hat, handelt es sich um eine offizielle Stellungnahme von Nvidia. Vor allem die Tatsache, dass Nvidia Übertakten von Notebook-GPUs mehr als ein Jahrzehnt unterstützte und nun einfach behauptet, es sei ein »Bug« im Treiber gewesen, erzürnt viele und kratzt weiter an der Glaubwürdigkeit des Unternehmens.

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