Nvidia PhysX bleibt geschlossene Gesellschaft - Keine Radeons, keine neuen AGEIA-PPU-Treiber

Die Physik-Berechnung durch Nvidias PhysX funktioniert offiziell nur noch mit einer Geforce als Hauptgrafikkarte.

von Georg Wieselsberger,
08.05.2010 14:43 Uhr

Nvidia versucht seit einiger Zeit, die Nutzung einer Radeon-Grafikkarte zu verhindern, wenn im gleichen System eine Geforce nur die PhysX-Berechnungen übernehmen soll. Der Grund, den Nvidia dafür nennt, ist bekannt: Es fände keinerlei Qualitätssicherung für eine solche Kombination statt, man könne nicht für die Konkurrenz testen und AMD würde dies ebenfalls nicht tun. Also habe man diese Möglichkeit deaktiviert.

Dabei ist anscheinend untergegangen, dass schon seit der Nvidia PhysX System Software 8.xx.xxx auch die AGEIA-PPU-Karten nicht mehr unterstützt werden. Die Karten stammen noch aus der Zeit, als AGEIA als eigenständiges Unternehmen die Physikberechnung in Spielen zu einem Standard machen wollte und später von Nvidia übernommen wurde.

Doch auch der aktuelle PhysX-Treiber 9.09.112 behauptet von sich, er funktioniere mit allen AGEIA PhysX-Prozessoren. Wie auf PhysXInfo.com in einer Antwort des Nvidia-Supports zu lesen ist, gibt es aktuell keine Unterstützung mehr für die AGEIA-PPU-Karten. Aufgrund mehrerer Anfragen überlegt man angeblich, ob es einen eigenen Treiber für die AGEIA-Physikbeschleuniger geben könnte. Darüber werde diskutiert und man solle doch in einigen Monaten noch einmal nachfragen, so Nvidia.

Warum die AGEIA-Karten auf einmal nicht mehr wie bisher unterstützt werden, bleibt auch nach dieser Antwort unklar.

Update 08.05.2010

TweakPC ist in den offiziellen FAQ zu PhysX ein Absatz aufgefallen. Dort wird die Frage gestellt, ob man eine Nvidia-Grafikkarte für die PhysX-Berechnung und eine Nicht-Nvidia-Grafikkarte für die Grafikdarstellung verwenden kann. Die Antwort von Nvidia lautet: »Nein. Es gibt mehrfache technische Verbindungen zwischen PhysX-Berechnung und der Grafik, die eine enge Zusammenarbeit zwischen den beiden Technologien erfordern. Um unseren Kunden ein gutes Erlebnis zu bieten, wurde Nvidia PhysX nur für Nvidia.-Grafikchips komplett getestet«. Weder Frage noch Antwort sind auf der deutschen Nvidia-Webseite zu finden, auf der US-amerikanischen Version jedoch schon.

Diese Antwort erzeugt nur noch mehr Fragen: dass PhysX nicht in einem Grafikchip von Nvidia integriert sein muss, beweist die Tatsache, dass die AGEIA-PPU-Karten keine solchen Voraussetzungen haben und auch mit ATI-Grafikkarten funktionieren. Daher ist auch klar, dass der Datenstrom zwischen der Karte, die PhysX berechnet, zur Grafikkarte auch kein Problem darstellt. Oder darstellte, denn bis zu der Beschneidung der Grafikkarten-Treiber durch Nvidia funktionierte eine Geforce als reine PhysX-Karte mit einer ATI-Radeon als Grafikkarte – ohne dass ATI oder Nvidia irgendeine Optimierung vorgenommen hätten. Nach dieser »Optimierung« von Nvidia durften dann nur noch die AGEIA-Karten fremdgehen. Die Strafe für diese untreuen Produkte scheint zu sein, dass AGEIA-PPU-Karten ohne neue Treiber eben im Laufe der Zeit einfach nicht mehr mitspielen dürfen. Windows-7-Treibern für die AGEIA-Karten hatte Nvidia schon im Oktober eine Absage erteilt.

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