Oculus vs. Zenimax - Millionenstrafen ausgesprochen, Rift-Verkaufsverbot denkbar

Im Prozess zwischen Oculus VR und Zenimax hat eine Jury entschieden, dass ein Verstoß gegen ein Non-Disclosure-Agreement (NDA) vorliegt und Zenimax insgesamt 500 Millionen US-Dollar zugesprochen.

von Georg Wieselsberger,
02.02.2017 07:17 Uhr

Im Rift-Prozess ging es um angeblich bei Zenimax (Mutter von Bethesda und id Software) entwickelte VR-Technik, die John Carmack bei seinem Wechsel zu Oculus VR im Jahr 2013 unrechtmäßig mitgenommen haben soll. Die Ergebnisse hätten dann maßgeblich zur Entwicklung der Oculus Rift (im Bild das Dev Kit 2) beigetragen.Im Rift-Prozess ging es um angeblich bei Zenimax (Mutter von Bethesda und id Software) entwickelte VR-Technik, die John Carmack bei seinem Wechsel zu Oculus VR im Jahr 2013 unrechtmäßig mitgenommen haben soll. Die Ergebnisse hätten dann maßgeblich zur Entwicklung der Oculus Rift (im Bild das Dev Kit 2) beigetragen.

Die Jury in Dallas, Texas hat im Prozess zwischen Oculus VR und Zenimax entschieden, dass Zenimax insgesamt 500 Millionen US-Dollar zustehen, nachdem Oculus-Gründer Palmer Luckey und damit auch Oculus VR gegen ein Non-Disclosure-Agreement verstoßen haben. Gleichzeitig stellte die Jury aber auch fest, dass Oculus keine Firmengeheimnisse unrechtmäßig verwendet habe, wie von Zenimax ursprünglich angeführt.

Oculus VR soll aber 200 Millionen US-Dollar für den Verstoß gegen die Verschwiegenheitserklärung (NDA: Non-Disclosue Agreement) bezahlen und weitere 50 Millionen für Copyright-Verstöße. Luckey und Oculus müssen je weitere 50 Millionen wegen falscher Angaben bezahlen und der ehemalige CEO Brendan Iribe wurde zu einer Zahlung 150 Millionen US-Dollar aus gleichem Grund verurteilt.

John Carmack, Mitbegründer von id Software und seit August 2013 bei Oculus VR angestellt, wurde dagegen nicht verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen, bei Zenimax (die id Software 2009 übernommen haben) entwickelte Technik für die Oculus Rift verwendet zu haben.

Berufung wahrscheinlich

Laut Polygon wird Oculus VR in Berufung gehen, sieht aber sogar etwas Gutes in der Entscheidung. Was den eigentlichen Vorwurf des Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen angehe, habe die Jury im Sinne von Oculus entschieden. Von anderen Punkten sei man enttäuscht, aber unbeirrt. »Oculus-Produkte werden mit Oculus-Technik gebaut.«

Verkaufsstop denkbar

Zenimax hingegen denkt darüber nach, aufgrund des Urteils den Verkauf des Oculus-Rift-Headsets zumindest vorübergehend verbieten zu lassen. Laut CEO Robert Altman sei der Diebstahl intellektuellen Eigentums eine ernste Sache und man schätze die Entscheidung der Jury und die Zuerkennung einer halben Milliarde US-Dollar an Schadensersatz für diese ernsten Verstöße.

Ob es nun tatsächlich zu einen Verkaufsstop kommt oder ob der Prozess tatsächlich in eine nächste Instanz geht, bleibt vorerst unklar. Zenimax hatte zuletzt zwei Milliarden US-Dollar Entschädigung und weitere vier Milliarden Dollar an Strafzahlungen gefordert. Dagegen hatte Oculus argumentiert, dass die Klage nur auf Peinlichkeiten, Neid und Ärger seitens Zenimax basiere, aber nicht auf Fakten.

Quelle: Polygon

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