Olympische Medaillen aus Elektroschrott - Japan sammelt kaputte Gadgets für Tokio 2020

Die Organisatoren der Olympischen Spiele 2020 in Tokio wollen die gesamte Bevölkerung an den Vorbereitungen beteiligen und wollen Elektroschrott sammeln, um das darin enthaltene Edelmetall für die Medaillen zu verwenden.

von Georg Wieselsberger,
03.02.2017 11:42 Uhr

Die Medaillen für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 sollen aus recyceltem Metall bestehen.(Bildquelle: tokyo2020.jp)Die Medaillen für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 sollen aus recyceltem Metall bestehen.(Bildquelle: tokyo2020.jp)

Die meisten elektronischen Geräte enthalten wertvolle Metalle, die durch Recycling zurückgewonnen werden können. Die Organisatoren der Olympischen Spiele 2020 in Tokio sehen hier eine Möglichkeit, die Bevölkerung des Landes in die Vorbereitungen der Veranstaltung miteinzubeziehen.

Jeder Bürger könnte so eine Rolle spielen und dabei helfen, durch das Abgeben von nicht mehr benötigen oder defekten Geräten das für die Medaillen notwendige Edelmetall zu sammeln. Immerhin will das Organisationskomitee auf diese Weise rund acht Tonnen Metalle einsammeln: 40 Kilogramm Gold, 4920 Kilogramm Silber und 2944 Kilogramm Bronze.

Zwei Tonnen Metall für 5.000 Medaillen

Nach der Verarbeitung sollen so rund zwei Tonnen der Metalle bereitstehen, die dann für die 5.000 Medaillen der Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2020 genutzt werden. Das Unternehmen NTT Docomo und das Japan Environmental Sanitation Center (JESC) arbeiten mit den Organisatoren zusammen.

Ab April 2017 wird es entsprechende Sammelbehälter in mehr als 2.400 NTT-Docomo-Läden und in einer noch nicht festgelegten Anzahl öffentlicher Behörden geben. Die Sammlung endet, sobald das Ziel von acht Tonnen erreicht wurde.

Unterstützung von Athleten für die Aktion

Einige Teilnehmer an Olympischen und Paralympischen Spielen werden auf der Webseite der Aktion mit positiven Reaktionen auf die Sammlung zitiert. Die zweifache Zehnkampf-Goldmedaillengewinnerin Ashton Eaton aus den USA sieht in der Aktion eine Möglichkeit für jeden, Teil der Olympischen Reise zu sein und gleichzeitig auf eine nachhaltige Zukunft hinzuweisen.

Auch die dreifache japanische Goldmedaillengewinnerin Kohei Uchimura sieht darin eine wichtige Nachricht für künftige Generationen. Es sei Verschwendung, Geräte nach jedem technischen Fortschritt einfach wegzuwerfen. Für den Rollstuhl-Rugby-Spieler Daisuke Ikezaki, der bei den Paralympics Bronze gewann, ist die Aktion auch eine Inspiration für die Athleten, noch härter für eine Medaille zu arbeiten.

Quelle: Tokyo2020


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