Open-Source-Codecs in Gefahr - »Patent-Pool« soll sich Ogg »vornehmen«

Nachdem Adobe Flash durch HTML5 in Bedrängnis geraten ist, könnte es bald auch den Open-Source-Codecs wie Ogg Theora an den Kragen gehen.

von Georg Wieselsberger,
02.05.2010 11:15 Uhr

Microsoft scheint zwar nicht dem Aufruf von F-Secure folgen zu wollen, doch was Flash betrifft, bewegt sich der Konzern durchaus in eine Richtung, die Adobe »ausflippen« lassen könnte. Der Internet Explorer 9, der sich noch in der Beta-Phase befindet, unterstützt HTML5 – und laut Microsoft gehört HTML5 die Zukunft. Flash ist laut einem Beitrag auf dem IEBlog im »heutigen Web« wichtig, aber HTML5 soll laut Microsoft den H.264-Codec verwenden.

Damit schlägt sich Microsoft auf die Seite von Apple, was Webvideos angeht. Verwunderlich ist das allerdings nicht, denn der nicht offene H.264-Codec und dessen Patente werden von der »MPEG LA«-Gruppe verwaltet, zu der sowohl Apple als auch Microsoft gehören.

Mozilla unterstützt mit Firefox den freien Ogg Theora-Codec, doch um dessen Zukunft könnte es nicht gut aussehen. Laut einer E-Mail von Steve Jobs wird gerade ein »Patent-Pool zusammengestellt, der sich Theora und andere Open-Source-Codecs vornehmen« soll. Nur weil etwas Open-Source sei, garantiere das nicht, dass keine Patente anderer verletzt werden.

Apple hatte auch verhindert, dass Ogg Theora in die HTML5-Spezifikationen als Video-Standard aufgenommen wird. Das letzte Puzzlestück liefert Streaming Media mit der Information, dass die MPEG LA-Gruppe schon länger der Meinung ist, Theora verletze eigene Patente. Es sieht so aus, als wäre das nächste Ziel nach Flash bereits festgelegt.


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