"PCs vernichten die Handschrift" - Modernisierung des Unterrichts als Gefahr

Soll der Unterricht mehr Computer einsetzen oder besteht darin eine Gefahr, die Grundlagen wie Lesen, Schreiben und Rechnen nicht mehr ausreichend zu vermitteln?

von Georg Wieselsberger,
03.05.2009 11:12 Uhr

In Großbritannien spricht sich ein Bericht für die Regierung dafür aus, grundsätzlich Computer in allen Unterrichtsstunden einzusetzen. Deren Nutzung soll zu einer Grundfähigkeit werden, die den gleichen Rang wie Schreiben & Lesen oder Mathematik erhält. Die Schüler sollen im Unterricht Suchmaschinen bedienen und Lehrer, die beispielsweise Fremdsprachen unterrichten, Videokonferenzen mit Schulklassen aus dem entsprechenden Land nutzen können.

Lehrer sollen außerdem zusätzlich ausgebildet werden, um selbst den technisch versierten Schülern "einen Schritt voraus" zu sein. Die Anzahl der Pflicht-Unterrichtsthemen solle verringert und in sechs allgemeiner gefasste Lehr-Bereiche aufgeteilt werden. Damit werde insgesamt mehr Flexibilität erreicht und die Schüler könnten ihr Wissen umfangreicher einsetzen.

Kritiker sehen das anders. Die Fähigkeiten der Kinder in den Bereichen Lesen, Schreiben und Mathematik seien bereits so niedrig, dass es lächerlich sei, zu fordern, sie müssten mehr Zeit vor einem Computer verbringen. Der neue Lehrplan wäre weniger streng und gäbe den Kindern keine ausreichende Grundlage für höhere Schulen. Selbst für die Nutzung von Google müsse man zumindest Grundwissen besitzen, damit man wisse, wonach man suchen will. Schon jetzt hätten in den letzten 10 Jahren 3 Millionen Kinder die Grundschule verlassen, ohne richtig Lesen, Schreiben oder Rechnen zu können.

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