Playstation 4 - Chefentwickler Mark Cerny erklärt die »Supercharged«-PC-Architektur

Die Playstation 4 setzt auf PC-Hardware wie einen x86-Achtkern-Prozessor von AMD und einen AMD-GCN-Grafikchip – aber mit mehreren, deutlichen Änderungen bei deren Fähigkeiten.

von Georg Wieselsberger,
26.04.2013 08:27 Uhr

Schon bei der Verstellung der neuen Playstation 4 hatte Sony davon gesprochen, dass die Konsole mit einer »Supercharged«-PC-Architektur ausgestattet ist. Bekannt war bislang, dass sich Prozessor und Grafikchip, die beide von AMD stammen, einen 8 GByte großen GDDR5-Arbeitspeicher teilen. Der PS4-Chefentwickler Mark Cerny hat nun gegenüber Gamasutra weitere Details dazu verraten.

Im Gegensatz zu einem PC können sowohl Grafikchip als auch Prozessor parallel auf den kompletten Speicherbereich zugreifen und das über einen 256 Bit breiten Bus. GPU und die CPU mit ihren acht Jaguar x86-Kernen befinden sich mit anderen Einheiten zusammen auf einem einzigen, »sehr großen« Spezial-Chip. Dank des breiten Speicherinterfaces ist eine Bandbreite von 176 GByte pro Sekunde bei der Kommunikation mit dem gemeinsamen Speicher möglich.

Es wäre technisch einfacher gewesen, das Interface auf 128 Bit zu verkleinern und dafür eDRAM auf dem Chip zu verbauen, doch das hätte die Komplexität für Softwareentwickler erhöht und nicht mehr der Philosophie des »Unified Memory« entsprochen. Genau das sei der größte Wunsch der Entwickler gewesen. Daher habe man sogar auf die sonst technisch machbare Bandbreite von 1 TByte/s auf einen kleinen Speicherbereich verzichtet.

Sony PlayStation 4 - Bilder vom neuen Interface ansehen

AMD hat für Sony auch den Grafikchip überarbeitet. Dieser kann nun statt zwei bis zu 64 Befehle für Berechnungen gleichzeitig annehmen und dann per Hardware entscheiden, wie welcher Befehl wann ausgeführt wird, während nebenbei noch Grafikbefehle verarbeitet werden. Das sei eine Funktion für die Zukunft, die wohl frühestens 2015 eine Rolle spielt so Cerny, und mit der die Leistung einer GPU erst richtig ausgenutzt werden kann. Anfangs würden die meisten Spiele aber wohl die meiste Leistung in die Grafik stecken.

Als Fazit dieser Aussagen bleibt, dass die Kommunikation zwischen GPU, CPU und dem gemeinsamen Speicher wohl deutlich schneller abläuft als auf heutigen PCs und auch der Grafikchip zumindest in Sachen paralleler Berechnungen von Effekten oder anderen Aufgaben mehr Möglichkeiten bietet. Was die Entwickler letztlich daraus machen, wird sich zeigen müssen. Reine PC-Umsetzungen auf die PS4 werden zwar in Wochen statt Monaten möglich sein, aber die zusätzlichen Fähigkeiten kaum benötigen. Bis das laut Cerny dann im Jahr 2015 oder später der Fall ist, könnten PCs mit Grafikchips wie Nvidias Maxwell und DDR4-RAM auch die besonderen Fähigkeiten der PS4 schon wieder hinter sich gelassen haben, bevor diese dort wirklich genutzt werden.

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