Rätselhafte Radeon-Rituale

von Daniel Visarius,
28.04.2007 15:36 Uhr

Die neue Grafikkartengeneration mit DirectX 10 ist wohl das wichtigste Hardware-Ereignis für Spieler 2007. Nachdem Nvidia schon im November 2006 mit der Geforce 8800 beeindruckend vorgelegt hat, wartet alle Welt nun auf AMDs (also ATIs) DirectX-10-Radeon. Doch auf der CeBit war trotz gegenteiliger Ankündigung schon wieder nichts Neues zu sehen – zumindest nicht offiziell. Und das, obwohl das neue Flaggschiff bereits mehrfach verschoben wurde und bereits produziert wird. Selbst die Presse konnte maximal eine Technikdemo sehen, mit viel Überredungskunst und guten Kontakten (zu ATI-Partnern aus Taiwan) eventuell auch die Karte in die Hand nehmen. Das war’s.

Laut unserer aktuellsten Hardware-Umfrage unter den GameStar-Lesern (Stand: 02/2007) verliert ATI seit geraumer Zeit massiv Marktanteile an die Konkurrenz: Die gesamte Radeon-X1000-Serie kommt auf magere 6,0 Prozent, die gleichwertige Geforce-7-Familie hält knapp 22 Prozent. Und die Geforce 8? Die liegt trotz der hohen Preise (300 bis 500 Euro) schon bei knapp 4 Prozent! ATI muss also aufpassen, sich durch solch eine unsinnige Hinhaltetaktik nicht selbst weiter ins Abseits zu stellen. Denn irgendwann verwandelt sich auch die positivste Neugier in irritierte Genervtheit – und das schadet dem Image. Da hilft dann auch nicht der für April oder Mai geplante spektakulärste Grafikkarten-Launch aller Zeiten. Sondern nur gute Produkte und eine in Zukunft hoffentlich wieder verlässliche, sinnvolle Produktplanung. Denn was wir sicher nicht brauchen können, ist eine Monopolstellung im Grafikkartenmarkt.


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