Rangsysteme in Online-Shootern - Einfach schießen!

Petra Schmitz sehnt sich nach einer Zeit zurück, in der Shooter noch gespielt wurden, weil sie einfach Spaß gemacht haben.

von Petra Schmitz,
26.02.2011 11:15 Uhr

In Black Ops geht's bis Rang 50 und dann noch in die 15 Prestige-Ränge - wenn man denn will.In Black Ops geht's bis Rang 50 und dann noch in die 15 Prestige-Ränge - wenn man denn will.

Die bessere Hälfte machte bei Level 50 im Multiplayer von Black Ops einfach Feierabend, er hat das Spiel seitdem nicht mehr angerührt. Prestige-Modus? Kein Interesse, weil: das Gleiche noch mal von vorne. Einfach so spielen? Schon gar kein Interesse.

Kollege René Heuser gesteht in der Battlefield-Historie, dass er in Bad Company 2 nicht über Stufe 28 oder 29 herausgekommen sei, weil er zu diesem Zeitpunkt schon längst alle Waffen freigeschaltet hatte. Das Spiel würde sich ziehen. So ist es wohl vielen ergangen. Dice kündigte bereits an, dass man in Battlefield 3 die Belohnungen besser über die Ränge verteilen würde. Ränge! Seufz ...

Kann sich eigentlich noch jemand an die Zeit erinnern, in der wir uns nach einer Online-Schießerei einfach nur über die K/D, die Kill/Death-Ratio gefreut haben? Oder über den Sieg der eigenen Mannschaft? Als es noch keine Stufen gab, als noch keine Balken wuchsen, als sich noch keine neuen Waffen und Ausrüstungsklimbim zum Arsenal addierten?

Bad Company 2 lockt mit zig freischaltbaren Waffen.Bad Company 2 lockt mit zig freischaltbaren Waffen.

Wir konnten - kein Scherz - wir konnten uns ganze Nachmittage, Abende, Nächte auf de_dust rumtreiben und lachen, jubeln, fluchen. Wenn de_dust2 öde wurde, zogen wir Richtung de_aztec oder cs_siege. Wir haben auf Deck17 oder dm6 gewohnt (je nachdem, welchem Mehrspielergott wir huldigten). Wir flogen endlose Schleifen über Wake Island, um schließlich den Flugplatz zu erobern. Kurz: Wir hatten Spaß, ganz ohne Ränge, ganz ohne wachsende Balken! Und wir haben nichts vermisst. Nur ab und zu mal den Sieg.

Wann fing das an, dieses Leveln in Shootern? Wann haben wir damit begonnen, Punkten, Stufen, Waffen hinterher zu jagen? Wann bekam das eigentliche Spiel, das eigentliche Erlebnis Konkurrenz durch einen Orden, eine Medaille, ein Emblem und eine Zahl? Und warum? Haben die Shooter-Entwickler zu viel On- oder Offline-Rollenspiele gespielt? Oder wir? Als Kollegin Maxi Gräff neulich sagte, sie würde viel häufiger ins Fitnessstudio gehen, wenn's dort Real-Life-Achievements für die Xbox zu gewinnen gäbe, habe ich beschlossen, den fünften Prestige-Rang bei Black Ops nicht zu starten. Ich kann auch so Spaß haben. Oder eben nicht mehr?


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