Rechteinhaber drohen, Provider warnen - Warnbriefe an angebliche Raubkopierer

AT&T und andere Provider leiten Vorwürfe der RIAA weiter.

von Georg Wieselsberger,
26.03.2009 13:00 Uhr

Die großen US-Provider AT&T, Comcast und Cox arbeiten mit Rechteinhabern wie der Recording Industry Association of America (RIAA) im Kampf gegen illegale Downloads zusammen, verhalten sich dabei aber noch unterschiedlich. So hat Comcast, der zweitgrößte Provider der USA, bereits zwei Millionen Schreiben an eigene Kunden verschickt, denen Rechteinhaber Urheberrechtsverletzungen vorwerfen. Man habe aber nicht vor, die von der Musikindustrie geforderten drei Warnungen mit anschließendem Kappen des Internetzugangs umzusetzen.

Auch AT&T reagiert auf entsprechende Informationen durch die RIAA mit einen Brief an seine Kunden, der auch das Schreiben der RIAA an AT&T enthält. Der Text von AT&T erläutert den Kunden, dass er prüfen solle, ob nicht eines der Kinder im Haus für illegale Downloads verantwortlich sein könnte oder ein drahtloses Netzwerk nicht ausreichend abgesichert wäre. Bisher habe man noch keinem Kunden mit der Kündigung des Anschlusses gedroht, behalte sich aber das Recht vor, die Dienstleistung einzustellen.

Cox hingegen folgt den Forderungen der RIAA komplett. Wenn ein Rechteinhaber den Provider über vermeintliche Verstöße eines Kunden gegen das Urheberrecht informiert, wird der Kunde angeschrieben. Es stehe diesem frei, sich direkt mit dem Rechteinhaber in Verbindung zu setzen, um den Angaben zu widersprechen. Sollte ein Kunde seine illegalen Aktivitäten nicht einstellen, würde man den Zugang sperren. Man habe bisher Hundertausende Briefe verschickt, jedoch nur bei weniger als 0,1 Prozent der Betroffenen eine Sperre vorgenommen.

Bisher gibt es keine rechtliche Möglichkeit, sich gegen die unbewiesenen Beschuldigungen durch die Rechteinhaber und eventuelle Sperren zu wehren. Provider, die nicht gegen eigene Kunden vorgehen wollen, setzen sich selbst der Gefahr aus, von der RIAA für vermeintliche illegale Downloads verantwortlich gemacht zu werden. Diese Drohung scheint Wirkung zu zeigen. Auch in Europa wird diese Strategie inzwischen mit Erfolg eingesetzt, beispielsweise in Irland.

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