Saving the Port - Strategiespiel aus dem Iran

von Volker Stuckmann,
03.05.2007 13:10 Uhr

Die iranische Regierung hat zum ersten Mal die Entwicklung eines Computerspiels offiziell erlaubt und finanziell unterstützt. Dies berichtet 1UP.com in Berufung auf die Website taliyanews.com. Entwickelt wird das Strategiespiel namens Saving the Port vom iranischen Institut für Informationsverarbeitung Tabyan Cultural.

Man wolle auf diese Weise dem Angriff der westlichen Kultur entgegen treten und für die islamisch-iranische Kultur werben. Saving the Port, welches das erste iranische Strategiespiel überhaupt darstelle, genüge internationalen Standards. Darüber hinaus übertreffe es vergleichbare Spiele in einigen Punkten. Um welche Aspekte es sich dabei genau handelt, geht aus der Nachricht leider nicht hervor.

In einem Bereich soll sich Saving the Port stark von der westlichen Konkurrenz unterscheiden: So wollen die Entwickler von Tebyan Cultural die exzessive Menge an Gewalt, durch die sich westliche Strategiespiele ihrer Meinung nach auszeichnen, nach Möglichkeit durch rationales Denken ersetzen. Dies sei einer der Vorteile eines iranischen Computerspiels.

Auch zur Grafik äußerten sich die Entwickler. Diese sei qualitativ hochwertig, würde aber selbst schwächere Computer nicht überfordern.

Saving the Port soll bereits ab morgen im gesamten Iran und »anderen Teilen der Welt« zu einem »vernünftigen Verkaufspreis« erhältlich sein.

Der Einsatz von Computerspielen als Propagandamittel stellt unterdessen keine Neuerung dar: Schon vor knapp einem Jahr berichteten wir über das Vorhaben iranischer Studenten ein Computerspiel zu entwickeln, in dem Sie als iranischer Kriegsveteran gegen die US-Truppen kämpfen. Und auch amerikanische Entwicklungsstudios müssen sich angesichts offenkundigen Patriotismus in Spielen wie Full Spectrum Warriors den Vorwurf der Propaganda gefallen lassen.


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