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Auf geht's

Schlag die Dame - Frauen und Spiele

Wenn Frauen im E-Sport gegen Männer antreten, ist das noch immer außergewöhnlich. Wir begleiteten das erste Damenteam in der Counterstrike-Bundesliga beim Duell gegen einen großen Meisterschaftsfavoriten.

von Harald Fränkel,
15.12.2009 16:07 Uhr

Aus den Boxen dröhnen harte Gitarrenriffs. Bässe lassen die Bauchdecke rhythmisch vibrieren, während links und rechts der Bühne weißgraue Schwaden aus Nebelmaschinen aufziehen. Moving-Head-Scheinwerfer verleihen dem spiegelblanken Hallenboden violette Lichtakzente und zaubern kaleidoskoische Muster an die Decke. Die Show kann beginnen: Wir sind beim Intel Friday Night Game (IFNG) in Bochum – und somit mittendrin, wenn sich das erste reine Frauenteam in der Geschichte der Electronic Sports League Pro Series (EPS) vor Publikum beweisen soll. In der Counterstrike-Bundesliga, um genau zu sein.

» Teil 1: Frauen als Spielerinnen: Was Frauen wollen
» Teil 2: Frauen in Spielen: Helden mit Brüsten

Auf der mit Werbebannern gepflasterten Bühne wartet der Moderator. Wie ein Ansager im Boxring erhebt Daniel-Farid Belala dramatisch seine Stimme: »Und hier sind die Snogard Dragons, angeführt von Jennifer ›Lunatic‹ Lööööööhr!«. Eine junge Frau im schwarz-roten Trikot erscheint, auf dem Rücken steht ihr Name, vorn prangen die Lettern AMD. Sekunden zuvor hat die 22-jährige Bonnerin am Rand noch unruhig auf der Stelle getreten. Jetzt läuft sie ein, positioniert sich vor einer Kamera und wird auf einem über der Bühne hängenden Großbildschirm vorgestellt. 2.200 Zuschauerhände spenden Applaus. Dieses Spielchen wiederholt sich, bis alle fünf Cyber-Athletinnen der Snogard Dragons ins Rampenlicht gerückt sind.

Auf geht’s, Drachen! Das Bild zeigt die Snogard-Spielerinnen (von links) Christina Hülzer, Jennifer Löhr, Beatrice Balz, Petra Jäckel und Melanie Gutsche.Auf geht’s, Drachen! Das Bild zeigt die Snogard-Spielerinnen (von links) Christina Hülzer, Jennifer Löhr, Beatrice Balz, Petra Jäckel und Melanie Gutsche.

Großes Medieninteresse

Nur außergewöhnliche Partien der Profiliga EPS werden vor Publikum ausgetragen. Die meiste Zeit spielen die E-Sportler zu Hause im stillen Kämmerlein über das Internet. Heute ist sogar der WDR mit einem Fernsehteam vor Ort, um live zu berichten. »Ich hoffe nicht, dass ich anfange zu zittern, das wäre gar nicht gut«, bangt die 23-jährige Petra »Peewie« Jäckel aus Heidelberg ein wenig um ihr Zielvermögen. Indes sorgt eine Aufnahmeleiterin rund um die Bühne für den reibungslosen Ablauf. Mit dem Charme eines Pitbulls weist sie etwa dem GameStar-Mitarbeiter den Weg, damit der Trottel nicht noch einmal durchs Bild latscht.

Der Kommentator Andreas Lenski (Bildmitte) entpuppt sich als spitzzüngiger Dampfplauderer.Der Kommentator Andreas Lenski (Bildmitte) entpuppt sich als spitzzüngiger Dampfplauderer.

Ohnehin geht alles hochprofessionell vonstatten. »Ein einzelnes IFNG kostet eine mittlere fünfstellige Summe«, sagt Tobias Merklinghaus von Veranstalter Turtle Entertainment. Die Liga schüttet in den Disziplinen Counterstrike, Counterstrike Source und Warcraft 3 pro halbjähriger Saison 130.000 Euro Preisgeld aus.

Die »Drachenmädchen« treffen heute auf N!faculty, einen Spitzenclan. Das ist in etwa so, wie wenn ein Bundesliga-Aufsteiger gegen den Tabellenführer antreten muss. Eine knifflige Aufgabe. Je fünf Bildschirme zu beiden Seiten der Bühne zeigen den Zuschauern die Spielszenen, wobei die in Reih und Glied stehenden Geräte einen Hauch von Media-Markt-TV-Abteilung versprühen. Der aus dem Jahr 1999 stammende Taktik-Shooter Counterstrike ist grafisch vollkommen veraltet, hält aber im E-Sport wie das ebenfalls antike Starcraft einen Sonderstatus. Gespielt wird auf der Karte »de_nuke «. Das Publikum ist gespannt. Gerade, weil ein Kampf der Geschlechter auf sie wartet.

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