Schwacher Start der PS4 in China - Sony gibt Chinas Zensurbehörden Schuld

Nach der Aufhebung des Konsolenbanns in China verlief der Verkaufsstart der PlayStation 4 nicht so erfolgreich wie erhofft. Die Schuld dafür sieht Andrew House, CEO von Sony Computer Entertainment, bei den Zensurbehörden, die Blockbuster-Titel verbietet.

von Stefan Köhler,
17.09.2015 16:56 Uhr

Ohne GTA 5 verkauft man keine PlayStation: Sony sieht die Schuld für den schwachen Verkaufsstart der PlayStation 4 in ChinaOhne GTA 5 verkauft man keine PlayStation: Sony sieht die Schuld für den schwachen Verkaufsstart der PlayStation 4 in China

Die Zensurbehörden sind für den schwachen Verkaufsstart der PlayStation 4 in China verantwortlich. Das erklärte der CEO von Sony Computer Entertainment, Andrew House, gegenüber Reuters.

"Wir stehen immer noch vor der Herausforderung, mit den Zensurbehörden zusammenzuarbeiten. Ich denke nicht, dass wir einen kometenhaften Aufstieg hatten."

House sieht jedoch »enormes Potential« im chinesischen Markt.

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China hatte im Jahr 2015 nach 14 Jahren das Verbot für Videospielkonsolen aufgehoben. Seit dem März ist dort die PlayStation 4 erhältlich, allerdings ist die Anzahl der Spiele dank der Zensurbehörden begrenzt. Besonders die drastische Darstellung von Gewalt, Drogenkonsum und ein negatives Bild von China sind den Behörden ein Dorn im Auge.

Verboten sind zum Beispiel PS4-Spiele wie Killzone: Shadow Fall, die Call-of-Duty-Reihe, die Battlefield-Reihe, Grand Theft Auto 5 und Bloodborne. Wer sich diese Spiele besorgen möchte, muss den Import über die Freihandelszone Hong Kong wagen. Für viele potentielle Kunden ist der nötige Aufwand daher zu groß. Im Rahmen der Tokyo Game Show 2015 hatte Sony eine Preissenkung der PlayStation 4 im asiatischen Markt angekündigt.

Dennoch habe man volles Vertrauen, dass die Marke von 16,5 Millionen verkauften PlayStation 4 im laufenden Fiskaljahr erreicht werden kann. Laut House werde einfach der sehr starke europäische Markt den schwachen Start in China wettmachen.


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