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Auf geht's

Sex in Spielen - Leider geil?!

Eine Geschichte voller Missverständnisse: Wenn es um Leidenschaft und Sinnlichkeit geht, stellen sich Spieleentwickler oft ähnlich gefühlvoll an wie pubertierende Teenager. Aber warum ist virtuelle Sexualität eigentlich meistens so verklemmt, so unnatürlich? Wir erforschen die Welt der Liebesspiele.

von Thorsten Küchler,
16.04.2016 08:00 Uhr

Auf der Suche nach dem Sex - Bei der Begutachtung des ersten unzensierten Sexspiels auf Steam fehlt etwas... 7:28 Auf der Suche nach dem Sex - Bei der Begutachtung des ersten unzensierten Sexspiels auf Steam fehlt etwas...

»Die Badezimmertüre öffnet sich, ein Mädchen kommt heraus. Heiliger Strohsack! Ihre Brüste sind riesig – und wie die Dinger herum baumeln. Jetzt nimmt sie sich ein großes, wurstförmiges Objekt und starrt es sehnsüchtig an. Mist, Vorhang geschlossen!« Nein, wir sind nicht unter die Autoren schwülstiger Groschenromane mit Sex-Schlagseite gegangen. Vielmehr stammt diese Szene aus Softporn Adventure, dem wohl ersten verbrieften Computerspiel mit erotisch aufgeladenem Inhalt. Genre- und hardwarebedingt muss die Kundschaft hier jedoch ihrer Fantasie freien Lauf lassen: Chuck Bentons (Frogger) amouröses Frühwerk von 1981 zeigt die eingangs erwähnte Dame nicht in grafischer Pixelpracht, sondern nutzt als Text-Adventure einzig und allein die Macht der Worte.

Softporn Adventure Softporn Adventure gilt als eines der ersten Computerspiele mit erotischer Thematik.

Softporn Adventure - Cover Die Verpackung des Werks von Chuck Benton zeigt drei nackte Damen im Whirlpool – eine davon ist Roberta Williams, die legendäre Sierra-Chefin und King’s -Quest-Erfinderin.

Den ordinären Ausführungen fehlt es jedoch an Klasse. Und das amerikanische Magazin Softline wirft Softporn Adventure entsprechend vor, die Vorurteile vom emotional unterentwickelten, verklemmten Computerfreak zu untermauern. Herrliches Detail am Rande: Die Verpackung des liebestollen Abenteuers zeigt drei nackte Damen beim Bad im sprudelnden Whirlpool, eine davon ist die spätere King's Quest-Schöpferin Roberta Williams. Deutlich expliziter geht es ein Jahr später in Night Life zu: Als Teil der Strawberry-Porno-Reihe von Koei stellt die japanische Schmuddel-Software ihre Beischlafszenen zwar pixelig, aber eben eindeutig dar. Insgesamt sechs Stellungen stehen dabei zur Auswahl, gestartet wird die Kopulation über den erstaunlich ehrlichen Menüeintrag: »Let's Fuck!!« Ein erstes Indiz dafür, dass die Uhren im Land der aufgehenden Sonne ganz speziell ticken.