Slave Tetris - Kontroverse um Sklaven-Stapel-Minigame

Mit dem im angeblichen Lernspiel Playing History 2 - Slave Trade enthaltenen Minispiel Slave Tetris hat das Entwicklerstudio Serious Games eine Kontroverse ausgelöst. Nach massiver Kritik wurde das Feature aus dem Hauptspiel entfernt.

von Tobias Ritter,
04.09.2015 11:45 Uhr

Slave Tetris wurde nach massiver Kritik durch die Spielerschaft aus dem Hauptspiel Playing History 2 - Slave Trade entfernt.Slave Tetris wurde nach massiver Kritik durch die Spielerschaft aus dem Hauptspiel Playing History 2 - Slave Trade entfernt.

Ein in Playing History 2 - Slave Trade enthaltenes Mini-Spiel namens Slave Tetris hat in den vergangenen Tagen für einen ausgeprägten Skandal und einen kleinen Social-Media-Shitstorm gesorgt: In bester Tetris-Manier war es hier die Aufgabe der Spieler, möglichst viele Sklaven durch Drehen, Wenden und Stapeln in ein überfülltes Handels-Schiff zu quetschen.

Nicht wenigen Nutzern war diese provokante Spielmechanik jedoch ein Dorn im Auge, so dass sich das Entwicklerteam bei Serious Games aufgrund des großen Drucks der Community schließlich dazu gezwungen sah, das Mini-Spiel nachträglich noch aus dem Hauptspiel zu entfernen:

"Das Spiel und der Trailer wurden am Montag aktualisiert. Slave Tetris wurde entfernt, weil es von einigen Leuten als extrem taktlos und unsensibel aufgefasst wurde."

Übrigens: Playing History 2 - Slave Trade und sein kontroverses Mini-Spiel wurden bereits 2013 veröffentlicht und 2014 dann auch über Steam angeboten. Die Aufmerksamkeit auf sich zog das Spiel erst jetzt wieder, da es der Entwickler mit 25 Prozent Rabatt auf Steam anbot und den Preisnachlass per Twitter bewarb.

Böse Absichten haben die Entwickler mit dem Spiel übrigens eigenen Angaben zufolge nicht verfolgt. Das Ganze sei als Serious Game, also als edukatives Spiel mit ernsthaftem Hintergrund zu verstehen, heißt es von Seiten des Studio-Chefs Simon Egenfeldt-Nielsen:

"Mit dieser Art von Spielen verdienen wir kein Geld - im Gegenteil. Wir entwickeln sie aber trotzdem, weil wir denken, dass es wichtig ist, edukative Spiele zu veröffentlichen, um gegen die vorherrschende Ignoranz auf dieser Welt vorzugehen. Sklavenschiffe wurden damals wie Tetris befüllt - der Punkt ist doch, die Leute zu empören, damit sie verstehen, wie unmenschlich der Sklavenhandel war."

Nicht umsonst hat sich das Entwicklerstudio wohl auch den Namen Serious Games gegeben. Mit besagtem Minispiel ist das Unternehmen aber offenbar etwas über das Ziel hinaus geschossen. Mittlerweile gewährt man Käufern sogar ein generelles Rückgaberecht und eine Rückzahlung des Kaufpreises.

Auch in der Vergangenheit hat sich das dänische Entwicklerstudio übrigens schon mit kontroversen Themen auseinandergesetzt. Themen früherer Spiele waren unter anderem der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern, Ausbeutungsbetriebe in Bangladesch und moderne Sklaverei in Bolivien.

Playing History 2 - Slave Trade - Gameplay-Trailer zum kontroversen Sklavenspiel 01:46 Playing History 2 - Slave Trade - Gameplay-Trailer zum kontroversen Sklavenspiel


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