Soziale Netzwerke für Verstorbene - Neuer Trend in den USA

Profile, Videos, Fotos und schöne Landschaften - so können Angehörige dank neuer Dienste ihren Verstorbenen gedenken, die dabei aber vorab auch schon ein Wörtchen mitreden können, wie ihre Gedenkseite aussehen soll.

von Georg Wieselsberger,
28.04.2009 11:06 Uhr

"Die Tatsache, dass man tot ist, muss kein Grund dafür sein, seine Online-Aktivitäten einzustellen". Mit diesem Satz beginnt ein Artikel des Daily Record, der über spezielle Angebote für ein virtuelles Leben nach dem Tod berichtet. EternalSpace aus Los Angeles bietet beispielsweise in Zusammenarbeit mit Bestattern die Möglichkeit, neben dem normalen Begräbnis auch eine Online-Erinnerungsstätte einzurichten. Dazu stehen mehrere ausgesuchte Landschaften zur Verfügung, es können Fotos, Texte oder Videos eingebaut werden, es gibt ein Gästebuch und Besucher können kaufbare, virtuelle Gegenstände zurücklassen, beispielsweise Dinge, die dem Verstorbenen wichtig waren oder auch einen Baumsetzling, der im Laufe der Jahre wächst.

Auch Facebook bietet den Familien eines verstorbenen Mitglieds die Möglichkeit, dessen Seite mit "Memorial Status" zu erhalten und den Zugang nur noch bestimmten Personen zu erlauben. Tributes bietet eine Liste von Profilen Verstorbener an, die auf den Daten der Sozialversicherungen basiert und denkt darüber nach, auch noch Lebenden die Möglichkeit zu geben, vorab ihr Profil zu erstellen, das nach ihrem Tod online gehen soll.

Ganz neu ist die Idee, sich selbst vorab um sein Gedenken zu kümmern, allerdings nicht - und es geht noch wesentlich kurioser. So nahm der wegen seiner oft rassistischen Witze umstrittene britische Komiker Bernhard Manning einige Monate vor seinem Tod Szenen auf, in denen er über sein Ableben und sich selbst spricht. Diese Szenen wurden dann mit Aufnahmen seiner Beerdigung im Jahr 2007, die am gleichen Ort stattfand, zusammengeschnitten und auf Channel 4 als "Bernhard Manning - From Beyond The Grave" gesendet. In der Dokumentation sieht man Manning, wie er sich selbst im Sarg betrachtet oder an der Trauerfeier teilnimmt. Eine Zusammenfassung davon gibt es auf YouTube. Auch seine Grabrede schrieb der Brite selbst.

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