Speichertechnologie - Protein-basierte DVD mit 50 Terabyte?

von Florian Holzbauer,
12.07.2006 13:17 Uhr

Kaum erreichen Blue-ray und Konsorten Marktreife tauchen schon wieder neue Technologien auf, die Aktuelles in den Schatten stellen. Diesmal am Start: Eine DVD, beschichtet mit einem bestimmten Protein, die bis zum 50 Terabyte Daten fassen könnte.

Kennen Sie Halobacterium salinarum? Dieses Halobakterium hat durch sein Membranprotein Bacteriorhodopsin eine gewisse Berühmheit in Wissenschaftlerkreisen erlangt. Die Mikrobe gewinnt durch eine Art von Photosyntheseprozess, bei dem das Protein als Lichtkonverter dient, chemische Energie, die sie speichern kann. Wird das Teilchen mit Licht bestrahlt, durchlaufen Moleküle innerhalb des Proteins verschiedene Zustände, die verschieden gefärbte und aufgebaute Zwischenformen besitzen, bis sie nach einigen Stunden wieder in den Grundzustand zurückversetzt werden. Professor V. Renugopalakrishnan von der Harvard Medical School in Boston hat sich dieses Phänomen zu Nutze gemacht und die DNS der Bakterien so modifiziert, dass das Bakterium die oben genannten Zwischenformen dauerhaft produziert. Der Weg für ein binäres System, um darauf Daten zu speichern sei damit geebnet: "Der Grundzustand könnte 'null' bedeuten, während irgendeine der Zwischenformen für 'eins' steht." so der Wissenschaftler.

Im Vergleich zu Blue-ray sollen rund zwanzig mal soviele Daten gespeichert werden können, da die einzelnen Moleküle (und damit Informationen) nur wenige Nanometer voneinander entfernt liegen. Bis zu 50 Terabyte sollen realisierbar sein. "Eventuell könnte damit die Festplattentechnologie komplett überflüssig werden.", kommentiert der Professor seine Entdeckung.


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