Spiele-Enttäuschung 2016 - Heiko: Da fühle ich mich als Kunde zweiter Klasse

2016 war für den PC-Spieler Heiko ein neues Rekordjahr in Sachen Enttäuschungen. Deshalb kommen bei ihm gleich mehrere Spiele zu zweifelhaften Erwähnungsehren, die ein besonderes Ärgernis vereint.

von Heiko Klinge,
25.12.2016 07:54 Uhr

Mafia 3 war ist eines der Negativbeispiele für Heikos Enttäuschung des Jahres.Mafia 3 war ist eines der Negativbeispiele für Heikos Enttäuschung des Jahres.

Es ist mittlerweile wirklich zur schlechten Chefredakteurs-Gewohnheit geworden: Sobald wir die PC-Testversion eines Blockbusters erhalten habe, wandere ich ein bis zwei Stunden später mit sorgenvollem Blick in die Hardware-Redaktion. Wie schlimm es wohl diesmal sein mag? Viel zu häufig sah ich 2016 die Kollegen schon aus der Ferne traurig mit dem Kopf schütteln und musste diese zynische Frage gar nicht mehr stellen.

Und deshalb gibt's für mich dieses Jahr nicht nur eine Enttäuschung des Jahres, sondern gleich mehrere. Denn egal ob Mafia 3, Dishonored 2, Quantum Break, Call of Duty: Infinite Warfare oder Forza Horizon 3: Inhaltlich mögen alle diese Titel Gutes bis Außergewöhnliches leisten, was aber all denjenigen herzlich wenig bringt, bei denen die genannten Spiele wegen schlampiger PC-Portierung nur mäßig oder überhaupt nicht laufen.

Über den Autor
Heiko hatte am 28. November 2000 seinen ersten Arbeitstag als Trainee bei der GameStar, seit 2014 ist er ihr Chefredakteur. Wenn man ihn nach seinen Lieblings-Genres fragt, antwortet er gern mit einem abgewandelten Zitat des Jazz-Musikers Miles Davis: »Es gibt genau zwei Arten von Spielen: gute und schlechte.« Entsprechend spielt Heiko grundsätzlich alles, nur mit reinen Online-Titeln mag er mit Ausnahme von Hearthstone nicht so recht warm werden. Ganz einfach weil sie zu viel Zeit fressen und sich damit negativ auf seinen restlichen Spielekonsum auswirken würden.

Es gibt keinen guten Grund, für schlechte Portierungen

2016 ist tatsächlich zum Rekordjahr der schlechten PC-Umsetzungen geworden. Und dafür fehlt mir als bekennender Pedant jegliches Verständnis. Es will mir schlicht nicht in den Kopf, warum man seine eigene Kreativleistung derart mit den Füßen tritt, nur weil man auf den letzten Metern nicht sorgfältig arbeitet.

Dabei sind die Voraussetzungen für plattformübergreifende Meisterwerke eigentlich so gut wie seit Jahren nicht mehr. One und PS4 sind dem PC technisch deutlich ähnlicher als zuvor 360 und PS3. Multiplattform-taugliche Engines wie Unreal und Unity haben den Portierungsaufwand enorm reduziert.

Quantum Break - VRAM-Problem der PC-Version in der Praxis 9:26 Quantum Break - VRAM-Problem der PC-Version in der Praxis

Trotzdem oder vielleicht sogar gerade deshalb ist die Zahl der schlechten PC-Umsetzungen gefühlt eher gestiegen als gesunken. Ich vermute nämlich, dass viele Publisher und Entwickler den Portierungsaufwand aus den oben genannten Gründe inzwischen schlicht unterschätzen.

Es ist nun mal nach wie vor so, dass unzählige mögliche PC-Konfigurationen auch unzählige mögliche Fehlerquellen bedeuten. Und was auf dem einen Grafiktreiber noch flüssig läuft, kann auf dem nächsten schon wieder zur Diashow werden.

Missglückte PC-Umsetzungen: Leidplattform PC (Plus)

Das alles mögen gute Gründe für schlechte Portierungen sein, als Ausreden lasse ich sie dennoch nicht gelten. Insbesondere Microsoft müsste mit seiner Play-Anywhere-Initiative eigentlich sämtliche Hebel in Bewegung setzen um sicherzustellen, dass die Spiele dieses Programms auf One und PC qualitativ mindestens gleichwertig laufen.

Und viele Entwickler bekommen's schließlich trotzdem hin. Besonders lobend erwähnt sei hier Ubisoft, die zuletzt nicht nur bei Watch Dogs 2 eine exzellente PC-Portierung hingelegt, sondern auch mit dem deutschen Studio Blue Byte quasi eine weltweite Qualitätssicherung für PC-Versionen eingeführt haben, die unter anderen bei den Entwicklungen von Ghost Recon: Wildlands und For Honor von Anfang an mit dabei waren. Ein Beispiel, das Schule machen sollte. Und dann kann ich an dieser Stelle nächstes Jahr hoffentlich wieder ein einzelnes Spiel an den Pranger stellen.

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