Spiele-Enttäuschung 2016 - Petra: Kaputt kalkuliert

Was in der Theorie nur logisch klingt, wird für Petra in der Praxis Murks: Mirror’s Edge in eine offene Welt zu verfrachten.

von Petra Schmitz,
31.12.2016 08:00 Uhr

Offene Welt? Nicht immer die beste aller Ideen.Offene Welt? Nicht immer die beste aller Ideen.

Ausgerechnet der zweite Teil eines meiner absoluten Lieblingsspiele aller Zeiten ist meine Enttäuschung 2016. Und ausgerechnet ein Spiel, das ähnlich wie mein Highlight (folgt am 3. Januar) auf schnelles Rennen, Springen und Rutschen setzt. Naja, deine Erwartungen war einfach zu hoch, liebe Petra, höre ich jetzt einige sagen. Da halte ich gegen: Wenn Dice Mirror's Edge Catalyst so ziemlich genau wie den Vorgänger gemacht hätte, dann wäre ich glücklich gewesen. Von zu hohen Erwartungen kann also nicht die Rede sein.

Mirror's Edge Catalyst - Screenshots ansehen

Wir quetschen alles rein

Was mich an Catalyst am meisten stört, ist die simple Tatsache, dass es sich wie eiskalt durchkalkuliert anfühlt und nicht mehr wie ein Herzensprojekt, wie ein mutiges Experiment, das das erste Mirror's Edge noch war. Naja, wie kann denn auch ein zweiter Teil ein mutiges Experiment sein, liebe Petra, höre ich jetzt einige sagen. Berechtigter Einwand, aber muss man denn aus einem Unikat wie Mirror's Edge gleich ein Abziehbild für Open-World-Spiele machen? Als hätten Dice und Electronic Arts zusammengesessen, alles aufgeschrieben, was gerade der geile heiße Scheiß (pardon my French) da draußen ist und daraus dann ein Spiel gebaut: offene Spielwelt, Levels, Freischaltkram. Ächz!

Unser Test zu Mirror's Edge Catalyst

Fakt: Überflüssiger Kram verwässert

Durch den in meinen Augen völlig überflüssigen Kram wurde der Kern des Spiels, das noch immer brillante Parkourlaufen viel zu stark verwässert. Ich will halt nicht immer erst von Pontius nach Pilatus traben, um dort eine Challenge zu laufen, ich will mir gleich übers Menü meine Strecke raussuchen können, um die wieder und wieder zu trainieren und neue Routen zu entdecken.

Die Autorin
Das erste Mirror's Edge hat Petra so sehr beeindruckt, dass sie ein »Musikvideo« dazu gemacht hat. Okay, Sie hat eigentlich nur eines ihrer Lieblingsstücke unter Szenen aus Mirror's Edge geschnitten, weil sie der Meinung ist, dass der Soundtrack des Spiels dem Erlebnis nicht gerecht wird. Und den Titelsong (Still Alive) hält sie für eine grandiose Schlaftablette. Für Mirror's Edge: Catalyst wird's von Petra aber wohl nie ein Fan-Video geben.

Ich will gleich in cool designte Missionen springen und nicht erst über eine austauschbare Dachfassade (wo mich dauernd irgendwer für einen dummen Botendienst einspannen möchte) zum Startpunkt latschen. Der Unsinn ging mir schon im dritten Thief gehörig auf die Nerven. Also Dice, beim dritten Mirror's Edge (das es, wenn ich es richtig einschätze, niemals geben wird) bitte wieder zurück zu den Wurzeln, nur mit einer besseren Geschichte.

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Mirror's Edge Catalyst - Test-Video zum Parkour-Actionspiel 6:55 Mirror's Edge Catalyst - Test-Video zum Parkour-Actionspiel


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